Ausstellung Die Kopfbedeckung als Statement: „Hut ab” im Haus der Geschichte Stuttgart

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Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Anfang November in Freiburg – ein 23-jähriger reißt einem Mann die Kippa vom Kopf, beschimpft und beleidigt ihn. Ein antisemitischer Angriff. Ob Kippa oder Kopftuch – es gibt Kopfbedeckungen, die in der Öffentlichkeit mit einem Statement verbunden werden. Anlass für das Haus der Geschichte Baden-Württemberg, genauer hinzuschauen. Unter dem Titel „Hut ab!“ erzählt das Stuttgarter Haus jede Menge Kopfgeschichten von Pickelhaube, Pussyhat und Gasmasken. Eine bunte, zuweilen skurrile Schau.

Ausstellung „Hut ab - Pickelhauben, Pussyhat und andere Geschichten“ im Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Ausstellung Haus der Geschichte Baden-Württemberg: „Hut ab - Pickelhauben, Pussyhat und andere Geschichten" (Foto: Haus der Geschichte Baden-Württemberg)
Die Jagd nach Schmuckfedern für immer aufwendigere Hutkreationen steigerte sich im frühen 20. Jahrhundert zu einer weltumspannenden Schmuckfederindustrie. Haus der Geschichte Baden-Württemberg Bild in Detailansicht öffnen
Ein Vogelfederhut aus der Schauspielproduktion »Der Raub der Sabinerinnen« von 2016 am Staatstheater Stuttgart, Kostümgestaltung aus der Zeit der Jahrhundertwende. (c) Haus der Geschichte Baden-Württemberg Bild in Detailansicht öffnen
Präparierter Paradiesvogel, um 1900. Das bunt schillernde Gefieder der Paradiesvögel in Papua-Neuguinea galt vor dem Ersten Weltkrieg als edelstes und teuerstes Schmuckelement für die Verwendung auf Damenhüten. Echte Kostbarkeiten waren ganze Vogelbälge. Haus der Geschichte Baden-Württemberg Bild in Detailansicht öffnen
Die bekannteste Kopfbedeckung Baden-Württembergs ist der rote Bollenhut. In drei Schwarzwalddörfern entwickelte er sich im 18. und 19. Jahrhundert zur Tracht unverheirateter Frauen. Entgegen verbreiteter Klischees handelt es sich bei dem Hut nicht um ein »ur«-Schwarzwälder und erst recht nicht um ein »ur«-badisches Kleidungsstück. Haus der Geschichte Baden-Württemberg Bild in Detailansicht öffnen
Bollenhut von Anneliese Schuhholz. Die Stuttgarterin reiste 1955 in die USA, um Werbung für Baden-Württemberg als Urlaubsland zu machen. Die badische »Bauern-Zeitung« protestierte daraufin gegen den »Trachtenmissbrauch« durch eine »Stuttgarter Großstadtdame«. Bild in Detailansicht öffnen
Pussyhat, 2017. Die rosa Mütze mit angedeuteten Katzenohren wurde zum Symbol der neuen Frauenbewegung. Name und Gestaltung spielen auf die Aussage von Donald Trump an, er könne nach Belieben Frauen an die »Pussy« greifen. Haus der Geschichte Baden-Württemberg Bild in Detailansicht öffnen
Pickelhaube mit Gewehrkugel, 1915. Die preußische Pickelhaube wurde nach der Reichsgründung 1871 ein gesamtdeutsches Symbol. Insbesondere in Frankreich war sie nach der preußisch-deutschen Invasion von 1870 negativ behaftet. Die alliierte Propaganda im Ersten Weltkrieg machte sie zum »allumspannenden Symbol« des deutschen »Barbarismus«. Haus der Geschichte Baden-Württemberg/Bernd Eidenmüller Bild in Detailansicht öffnen
Die Ballonmütze, beliebte Kopfbedeckung bei Arbeitern des 20. Jahrhunderts, galt in den 1920er-Jahren auch als Ausdruck kommunistischer Gesinnung. Haus der Geschichte Baden-Württemberg Bild in Detailansicht öffnen
Dauer
Sendedatum
Sendezeit
22:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

„Hut ab - Pickelhauben, Pussyhat und andere Geschichten” im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart, vom 20. Dezember 2019 bis zum 2. August 2020.

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