Ausstellung „Darf ich Dir meine Sammlung zeigen?“ 40 Jahre Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen

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SWR2

Während der kommenden Tage feiert das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen seinen 40. Geburtstag. Eine Gelegenheit zu zeigen, für was das Museum steht und wie es entstanden ist. Zu diesem Anlass wurde eine Ausstellung mit rund 200 Werken aus der eigenen Sammlung konzipiert, mit der das ganze Haus bespielt wird.

Kunst „Darf ich dir meine Sammlung zeigen?“ 40 Jahre Wilhelm Hack Museum Ludwigshafen

Ausstellung „Darf ich dir meine Sammlung zeigen?“ im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen (Foto: Wilhelm-Hack-Museum / Stadt Ludwigshafen)
Ausgangspunkt für das Museum ist die Sammlung des Kölner Kaufmanns Wilhelm Hack, der wichtige Werke der geometrisch-abstrakten Kunst der Stadt überließ, die im Gegenzug ein Museum dafür schuf. Es war der Aufbruch in ein neues Kunstleben in der Industriestadt, denn gerade war auch das Theater im Pfalzbau eröffnet worden. Wilhelm-Hack-Museum / Stadt Ludwigshafen Bild in Detailansicht öffnen
Direktor René Zechlin: „Die Stärken des Hauses liegen in der Sammlung, insbesondere zur Entwicklung der Abstraktion des 20. Jahrhunderts. Und es ist eines der wenigen Häuser in Deutschland, das überhaupt Werke des russischen Konstruktivismus oder Werke des ,De Stijl‘ aus den Niederlanden besitzt.“ - Auf dem Bild: Piet Mondrian, Komposition mit Rot, Schwarz, Blau und Gelb, 1928, Öl auf Leinwand, 45,2 x 45 cm, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen Wilhelm-Hack-Museum Bild in Detailansicht öffnen
Bereits vorhanden waren in der städtischen Sammlung Arbeiten des Expressionismus. Und so zeigt die Jubiläumsausstellung jetzt chronologisch von Kirchner, Nolde und Delaunay über Malewitsch, El Lissitzky, Mondrian und Kandinsky das frühe 20.Jahrhundert. - Auf dem Bild: El Lissitzky, Proun 23 N (B 111), 1920/21, Tempera, Bleistift, Leimfarbe und Materialauftrag auf Holz, 59 x 45,7 cm, Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen Wilhelm-Hack-Museum Bild in Detailansicht öffnen
Zweites Standbein im Hack-Museum ist die Popart-Sammlung von Heinz Beck, ebenfalls eine Schenkung mit Meisterwerken von Warhol, Lichtenstein und Claes Oldenburg. Zeitlich dazwischen liegt die Nachkriegskunst von Tapies, Dubuffet, Graubner und Niki de Saint Phalle. Dahinter abstrakte Kunst von Leon Polk Smith oder Berd Ribbeck. Ein Querschnitt durch das 20.Jahrhundert. - Auf dem Bild: Lyonel Feininger, The Lady in Mauve, 1922, Öl auf Leinwand, 100 x 80,5 cm, Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid. Wilhelm-Hack-Museum / VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Bild in Detailansicht öffnen
Mit der Ausstellung versucht Direktor René Zechlin die Museumsgeschichte, ebenfalls in der Sonderausstellung mit Fotos und Dokumenten skizziert, mit der zeitgenössischen Kunst zu verknüpfen und damit auch mehr Besucher zu locken. Normalerweise kommen 30 bis 40.000 Besucher im Jahr, da gibt es noch Potential. - Auf dem Bild: Robert Delaunay, Formes circulaires, 1913, soleil no. 1, Öl auf Leinwand, 119 x 99,5 cm, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen. Wilhelm-Hack-Museum Bild in Detailansicht öffnen
August Macke, Mädchen mit Fischglas, 1914, Öl auf Leinwand, 81 x 100,5 cm, Von der Heydt-Museum, Wuppertal Wilhelm-Hack-Museum / Von der Heydt-Museum, Wuppertal Bild in Detailansicht öffnen

Auch wenn man normalerweise einen 40. Geburtstag nicht so opulent feiert, ist diese Schau im Hack Museum Ludwigshafen ein echter Hingucker. Zugleich sendet Direktor René Zechlin damit deutliche Botschaften in Richtung Stadt und Sponsoren, was den fehlenden Ankaufsetat betrifft.

„Darf ich Dir meine Sammlung zeigen? 40 Jahre - Meisterwerke zu Gast“ im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen vom 14. September 2019 bis zum 26. Januar 2020.

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