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Am 1. und 2. Mai hätte für die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe ein großes Jubiläumsfest stattfinden sollen. Immerhin gilt es den 175. Geburtstag zu feiern. Doch wegen Corona ist die Kunsthalle wie alle Museen in Karlsruhe zurzeit geschlossen.

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Großherzog Leopold von Baden ließ 1846 vom Architekten Heinrich Hübsch im “Interesse des öffentlichen Unterrichts” eine Gemäldegalerie bauen. Ein Ort, „wo Auge, Gefühl und Gedanke Hand in Hand gehen”. So entstand einer der ältesten Museumsbauten Europas.

Kunsthalle Karlsruhe (Foto: Pressestelle, Bruno Kelzer)
Die Kunsthalle Karlsruhe feiert 175. Jubiläum - am 1. Mai 1846 wurde der älteste Flügel der Kunsthalle eröffnet. Sehr viel älter als das Gebäude der Kunsthalle ist ihre Sammlung, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Pressestelle Bruno Kelzer Bild in Detailansicht öffnen
1830 entschloss sich Großherzog Leopold von Baden, im „Interesse des öffentlichen Unterrichts” eine Gemäldegalerie bauen zu lassen. Der Architekt Heinrich Hübsch plante mit seinem Entwurf für die Kunsthalle einen Ort für die Öffentlichkeit zu errichten, „wo Auge, Gefühl und Gedanke Hand in Hand gehen”. Pressestelle Hübsch Bild in Detailansicht öffnen
Die Sammlungsgeschichte der Markgrafen zu Baden geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Den wichtigsten und fruchtbarsten Akzent setzte Markgräfin Karoline Luise, Prinzessin von Hessen-Darmstadt. Sie war nicht nur selbst eine ambitionierte Malerin, sondern baute ein gutes Netz aus Kunstagenten auf, die ihr besonders aus Frankreich und den Niederlanden zeitgenössische Werke berühmter Künstler besorgten. Pressestelle Liotard Bild in Detailansicht öffnen
Ein Blick in das Hauptgebäude der Karlsruher Kunsthalle. Der Treppenaufgang befindet sich im ältesten Flügel des Museums. Pressestelle Bruno Kelzer Bild in Detailansicht öffnen
Das Treppenhaus der Kunsthalle Karlsruhe mit dem Wandbild „Die Einweihung des Freiburger Münsters“ von Moritz von Schwind. Pressestelle Bruno Kelzer Bild in Detailansicht öffnen
Der große Saal im Erdgeschoss des Durm-Flügels mit Gipsen und Zwischenwänden für Gemälde, um 1930. Pressestelle Bildarchiv Staatliche Kunsthalle Karlsruh Bild in Detailansicht öffnen
Die „Vaterländische Abteilung“ im Obergeschoss des Durm-Flügels, nach 1900. Die Kunsthalle Karlsruhe ist ein Stückwerk aus vielen verschiedenen Bauepochen. Der Erweiterungsbau von Josef Durm entstand ab 1891. Pressestelle Bildarchiv Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Bild in Detailansicht öffnen
Die Kunsthalle platzt aus allen Nähten, ist außerdem dringend sanierungsbedürftig und hat nicht einmal spezielle Räume für Wechselausstellungen. Das alte Gebäude der Kunsthalle soll ab Ende 2021 modernisiert und umgebaut werden. Pressestelle Bruno Kelzer Bild in Detailansicht öffnen
Wechselausstellungsräume, Kupferstichkabinett, Bibliothek, Werkstätten und Büros der Kunsthalle sollen in einen Neubau ziehen - direkt nebenan. Noch steht dort das Amtsgericht. Pressestelle Staab Architekten, Berlin Bild in Detailansicht öffnen
Der Entwurf des Berliner Architektenbüros Staab sieht unter anderem einen überdachten und abgesenkten Innenhof vor, der ein großzügiges Eingangs-Foyer schafft. Pressestelle Staab Architekten, Berlin Bild in Detailansicht öffnen
Prof. Dr. Pia Müller-Tamm, Direktorin der Kunsthalle Karlsruhe, ist optimistisch, dass der Zeitplan für den Umbau eingehalten wird. Pressestelle Bruno Kelzer Bild in Detailansicht öffnen

Ab November wird die Kunsthalle komplett umgebaut

Anlässlich des Jubiläums schaut die Kunsthalle Karlsruhe nicht nur auf ihre lange Geschichte zurück, sondern auch in die Zukunft. Denn Ende des Jahres muss die Kunsthalle für einen kompletten Umbau auf unbestimmte Zeit geschlossen werden.

2018 ging das Berliner Büro Staab als Sieger aus dem Architektenwettbewerb hervor. Im November beginnen die großen Umbauarbeiten, das gesamte Museum muss für mindestens zwei Jahre ausziehen. Damit wenigstens die Highlights der Sammlung öffentlich zugänglich bleiben, stellt das Zentrum für Kunst und Medien, das ZKM, der Kunsthalle großzügige Flächen als Ausweichquartier zur Verfügung.

Zum Geburtstag wird die Kunsthalle via 360-Grad-Rundgang erlebbar

Die Kunsthalle hat – mit Blick auf die Schließzeit – schon früh begonnen, eine digitale Strategie aufzubauen, das heißt: digitale Einblicke in die Sammlung zu ermöglichen. Jetzt, pünktlich zum 175. Jubiläum, stellt die Kunsthalle Karlsruhe einen neuen 360°-Rundgang auf ihre Internetseite. Und so können die Geburtstagsgäste wenigstens virtuell noch einmal durch das Museum schlendern, bevor im Herbst die Bagger anrollen.

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