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Vorwürfe gegen Medien | Bezahlte Aussagen? Medienkampagne gegen Wedel?

Kulturgespräch am 23.1.2018 mit Alexander Becker, meedia

Wurden Frauen dafür bezahlt, mit Medien über sexuelle Übergriffe von Dieter Wedel zu reden? Der Regisseur hat Vermutungen geäußert. „Ich höre von Menschen, denen fünfstellige Beträge für Aussagen gegen mich angeboten wurden“. "ZEIT" und "ZEIT-Magazin" erklärten, sie hätten für Aussagen zum Fall Wedel kein Geld angeboten. Alexander Becker, Redaktionsleiter des Medien-Fachmagazins Meedia, hält Wedels Vorwürfe für dahergesagt.

Wedel nennt nicht Ross und Reiter

Dieter Wedel habe zahlreiche Vorwürfe formuliert, so Alexander Becker von Meedia, bleibe aber konkrete Angaben schuldig: "Von wem diese Beträge denn angeblich angeboten wurden, an wen sie gezahlt werden sollten, nennt er nicht - er nennt nicht Ross und Reiter in diesem Fall. Das nimmt dieser Stellungnahme natürlich jeden Wums."

Keine Zahlungen, um Wedel in Misskredit zu bringen

Auch wenn er es nicht für ausgeschlossen halte, dass Recherchehonorare von Medien fließen, lasse sich nicht unterstellen, dass etwaige Honorare gezahlt würden, um den Regisseur in Misskredit zu bringen. Üblicherweise dienten solche Zahlungen einer sachorientierten Recherche, könne es beispielsweise darum gehen, weitere Fälle zu ermitteln - ohne dass damit automatisch eine Schuldzuschreibung verbunden sei.

Aufklärung der Vorwürfe unwahrscheinlich

Die Situation sei für Wedel zweifellos sehr schwierig. Eidesstattliche Versicherungen der betroffenen Frauen stünden nun gegen die eidesstattliche Versicherung von Wedel selbst. Aussage stehe gegen Aussage. Eine Klärung sei sehr unwahrscheinlich, da es wegen der Verjährung fast aller Fälle zu einer Aufarbeitung vor Gericht nicht kommen werde.

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