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Uraufführung "Fuckfisch" am Jungen Staatstheater Karlsruhe Achterbahnfahrt der Pubertät

Von Marie-Dominique Wetzel

„Fuckfisch“ heißt der 2015 erschienene „Coming of age“-Roman, den die heute 21jährige Juliette Favre mit 14 Jahren geschrieben hat. Eine gnadenlose Abrechnung, nicht nur mit veralteten Vorstellungen über „Backfischliteratur“, sondern vor allem auch mit testosterongesteuerten Jungs – tieftraurig, aber auch witzig und selbstironisch.

Jetzt hat Juliette Favre für das Junge Staatstheater Karlsruhe eine Bühnenfassung ihres Romans erarbeitet, die am 26. Januar Premiere hatte.

Es gibt viele Jugendtheaterstücke, die versuchen, die Achterbahnfahrt der Gefühle in der Pubertät zu beschreiben. Die meisten scheitern grandios, weil alles in dieser Zeit extrem ist und der Grat zwischen echt und peinlich so verdammt schmal. Aber hier hat eine 14 Jährige ihre eigene Generation und sich selbst ganz genau beobachtet – vor allem: sie ist nicht nur glaubhaft, sondern auch begabt.

Viola Müller - Szenenbild in "Fuckfisch"

Viola Müller - Szenenbild in "Fuckfisch"

Die Inszenierung von Swaantje Lena Kleff spitzt Situationen sehr gut zu, um sie dann immer wieder genau im richtigen Moment kippen zu lassen und ironisch zu brechen. Und natürlich ist der Erfolg der Uraufführung in besonderem Maße der Hauptdarstellerin Viola Müller zu verdanken. Sie biedert sich nie an die Rolle der pubertierenden Vicky an, stellt sie nie bloß, sondern gibt ihr bei aller Hilflosigkeit Mut und Würde.

Lea Beie, Viola Müller, Dario Neumann und Constantin Petry (v.l.n.r.)Szenenbild in "Fuckfisch"

Lea Beie, Viola Müller, Dario Neumann und Constantin Petry (v.l.n.r.) in "Fuckfisch"


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