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„The Good Fight“ – Start der zweiten Staffel TV-Anwälte machen Politik

Am 12.6.2018 von Karsten Umlauf

Die US-Serie „The Good Fight“ ist aus der Serie „The Good Wife“ entstanden, einer politisch oft hochaktuellen Anwaltsserie aus Chicago. Auch „The Good Fight“ ist politisch am Puls der Zeit: Die erste Staffel beginnt mit der Inauguration von Donald Trump. Die zweite scheint sich verwundert die Augen zu reiben, dass Trump selbst nach über 400 Tagen noch im Amt ist.

„The Good Fight“ ist eine Frauenserie. Keine, die mit feministischen Positionen hausieren geht, Frauen sind einfach die starken Figuren dieser Serie. Allen voran Christine Baranski als Staranwältin Diane Lockhart, immer elegant, fast immer mit Contenance.

„Quotenweiße“ Anwältinnen

Nach dem Verlust ihrer Alterssicherung in einem betrügerischen Fond hat sie noch einmal angefangen zu arbeiten. Sie und ihre Patentochter Maia, deren Vater genau für diesen Fondbetrug verantwortlich und auf der Flucht ist, sind die „Quotenweißen“ in einer afroamerikanisch geprägten Kanzlei. Anfang der zweiten Staffel wird deren Gründer beerdigt.

The good Fight

Barbara Kolstad (Erica Tazel), Diane Lockhart (Christine Baranski), Lucca Quinn (Cush Jumbo) und Adrian Boseman (Delroy Lindo).

Es schwingt der Naziaufmarsch in Charlottesville mit, mit angeblich so ehrenwerten Demonstranten. Wut, Verzweiflung, Angst. Die Stimmung im Land färbt ab, auch auf die Anwälte, die kurze Zeit später mit einer Mordserie konfrontiert werden.

The good Fight

Elsbeth (Carrie Preston) und Diedre Kresteva (Kelli O'Hara)

„Tötet alle Anwälte“

„Tötet alle Anwälte“, das ist ein Zitat aus Shakespeares Henry VI. Die Erosion des Rechts als Voraussetzung für uneingeschränkte Machtausübung. Das mag als Hintergrund für eine TV-Serie, die als klassische Anwaltsserie daherkommt – dialogzentriert, vor allem in Büros und Gerichtssälen angesiedelt – etwas hoch gegriffen sein. Aber die politische Botschaft im Unterhaltungsformat kommt an.

0:30 min

Trailer The Good Fight

Botschaft an den Fake-News-Präsidenten

Egal, welchen „Fall der Woche“ die Anwälte gerade zu bearbeiten haben, ob es um Polizeibrutalität geht, um Vergewaltigung in einer Reality TV Show oder auch um die Abwicklung von Barack Obamas Gedächtnisbibliothek – der eigentliche Fixpunkt dieser Serie sitzt im Weißen Haus. Trumps Amerika ist eine Gesellschaft, der ständig der Boden unter den Füßen weggezogen wird.

Die Anwaltswelt in Chicago, aus der auch Barack Obama stammt, ist im Grunde das Gegenmodell: Gebildet, divers, tolerant, solidarisch. Allerdings nicht gefeit vor übertriebenem Ehrgeiz, Stolz und persönlichen Intrigen. Die Dialoge haben Tempo und immer wieder entwaffnenden Humor. Was bei einem Fake-News-Präsidenten ein probates Mittel sein kann.

Nah dran an der politischen Gegenwart

Auch, wenn es später noch um ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump geht: praktische Hilfe im Umgang mit despotisch und chaotischen Präsidenten kann die Serie nicht geben. Dennoch gibt sie Einblicke in ein Land, das sich seiner Gesetze besinnen muss, um nicht an Twitter- Nachrichten, Bildern und Behauptungen schwindlig zu werden. Das ist in der Tat ein „guter Kampf“.

„The Good Fight“ – die zweite Staffel ist ab 12.6.2018 auf Foxchannel und Sky zu sehen.

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