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Stuttgart bietet digitales Stadtlexikon an Auf Stadtbesichtigung mit Online-Lexikon

Am 25.6.2018 von Karin Gramling

Die Stadtbesichtigung der Zukunft - so könnte sie aussehen: Stuttgart bietet ein digitales Stadtlexikon, ein deutschlandweit bislang einmaliges Projekt. Wer möchte, kann unter "stadtlexikon-stuttgart.de" überall in der Stadt historische Daten und Fakten abrufen und sich damit online beim Besichtigen durch die Stadt bewegen.

Alles Wissenswerte über Ort und Zeit sofort erfahren

Mit dem Tablet in der Hand läuft Katharina Beiergrößlein über den Schillerplatz in Stuttgart mit seinen historischen Gebäuden. Die Seite "stadtlexikon-stuttgart.de" wirft ihr den Stadtplan auf den Bildschirm. Die Karte zeigt auch den eigenen Standort an, erklärt Katharina Beiergrößlein von Stadtarchiv Stuttgart.

Screenshot des neuen digitalen Stadtlexikons Stuttgart

Auf der Übersichtsseite des digitalen Stuttgarter Stadtlexikons sind zahlreiche Sehenswürdigkeiten markiert. Über ein Suchfeld und eine Zeitleiste lassen sich Ereignisse, Personen und Sehenswürdigkeiten auch direkt aufrufen.

Historische Plätze zu verschiedenen Zeiten

Hinter den bräunlichen Punkte im Stadtplan verbergen sich Porträts geschichtlich interessanter Personen, Orte, Gebäude oder auch Denkmale. Wie zum Beispiel das von Friedrich Schiller, der aus gewaltiger Höhe auf die Passanten herunterblickt.

Den Lorbeerkranz auf dem Kopf, den Arm leicht angewinkelt. Mit der rechen Hand hält er den Mantel über der Brust zusammen. Man tippt auf dem Tablet auf den braunen Punkt über dem Schiller-Denkmal. Sofort taucht eine Reihe historischer Fotografien auf.

Historisches Bild - Schillerfeier vor dem Denkmal am 9. Mai 1905 anlässlich des 100. Todestages

Historisches Bild - Schillerfeier vor dem Denkmal am 9. Mai 1905 anlässlich des 100. Todestages

Foto-Ansicht von 1905: Schiller-Denkmal in anderem Licht

Jürgen Lotterer vom Stadtarchiv Stuttgart zoomt ein Bild auf: "Ein Foto der Schillerfeier von 1905, anlässlich des 100. Todestages. Hier sehen sie, wie die städtischen Honoratioren das Denkmal umlagert und umkränzt haben. Das ist eine historische Fotoansicht, die den Platz und auch das Denkmal in ein ganz anderes Licht stellt. So kann man sich in die Situation hineinziehen lassen und sich vorstellen, wie die hohen Herrschaften damals ,ihren', wie sie meinten, Schiller gepriesen haben."

Mit dem ersten großen Schillerdenkmal Deutschlands wollten die Stuttgarter den Dichter für sich reklamieren – und waren noch lange stolz auf ihre Pioniertat. Ein ausführlicher Artikel erzählt die Geschichte des Denkmals, das der dänische Bildhauer Bertel Thorvaldsen entworfen hat.

Screenshot vom Stadtlexikon-Stuttgart.de Schillerplatz

Ansicht aus dem Stadtlexikon-Stuttgart.de vom Schillerplatz

Bereits etwa 150 Eintragungen im digitalen Stadtlexikon

Rund 150 Eintragungen gibt es bereits auf dem digitalen Stuttgarter Stadtplan. Über Politiker, Künstler, Musiker, aber auch historische Gebäude oder ganze Stadtviertel. Dazu Bilder, Urkunden, zum Teil bearbeitet von Mitarbeitern des Stadtarchivs, aber auch beigesteuert von anderen Autoren.

Es erfordert allerdings Konzentration, sich auf die populärwissenschaftlichen, ausführlichen Texte einzulassen. Das weiß auch Katharina Beiergrößlein: „Aber für eine kurze und knappe Info können Sie auch einfach nur das Abstract lesen.“

Stadtplan lässt sich mit früheren Straßenverläufen vergleichen

Faszinierend am Stadtlexikon-Stuttgart: ein Vergleich des aktuellen Stadtplans mit Stadtplänen vergangener Jahrhunderte, für den man zur besseren Auflösung allerdings ein Tablet benötigt. Das Stadtvermessungsamt sorgt für die nötige Technik, mit der man Straßen und Plätze deckungsgleich und durchscheinend übereinanderlegen kann.

Lexikon soll weiter wachsen und ergänzt werden

Das digitale Stadtlexikon wird in den nächsten Jahren immer weiter wachsen. Später sollen historische Töne und Filmausschnitte dazukommen. Ein gigantisches Projekt. Bereits jetzt nutzen Wissenschaftler das Lexikon für ihre Forschungen. Für alle anderen Interessierten bietet es die Chance, sich treiben zu lassen und sich dabei Stadtgeschichte ganz neu zu erschließen.


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