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Spiegel lässt "Finis Germania" von der Bestsellerliste verschwinden Denis Scheck: "Ein journalistischer Skandal"

Kulturgespräch am 26.7.2017 mit Denis Scheck, Literaturkritiker

Denis Scheck, Literaturkritiker und Moderator der SWR-Sendungen Kunscht! und lesenswert sowie der ARD-Sendung "Druckfrisch", hat den Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", Klaus Brinkbäumer, zum Rücktritt aufgefordert. Anlass ist die Entscheidung, das antisemitische Buch "Finis Germania" von Rolf Peter Sieferle von der Spiegel-Bestsellerliste zu entfernen.

Scheck bezeichnete die Entscheidung der Spiegel-Chefredaktion, das zuvor auf Platz sechs gelistete "Finis Germania" nicht mehr auf der aktuellen Bestsellerliste auftauchen zu lassen, als "journalistischen Skandal".

"Meinungen, die einem nicht in den Krempel passen, diesen Meinungen muss man sich natürlich stellen, und man darf sie nicht einfach verschweigen und unter den Tisch fallen lassen", sagte Scheck in SWR2. Spiegel-Kritiker Johannes Saltzwedel habe im Juni das Buch zur Diskussion stellen wollen, indem er es für die Liste des NDR-Sachbuchpreises vorschlug. Es sei bereits ein Fehler gewesen, dass der Spiegel sich von seinem eigenen Kritiker distanziert habe.

Denis Scheck bezeichnete Sieferles "Finis Germania" als "in der Tat anstößig" und führte als Vergleichsbeispiel die türkische Bestsellerliste an, auf der Hitlers "Mein Kampf" regelmäßig einen der vorderen Plätze belege.

"Wenn man sich entscheidet, eine Bestsellerliste abzudrucken, dann muss man mit der Wahrheit des Marktes leben", so Scheck im Interview mit SWR2.

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