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Saisonauftakt an Volksbühne Kein Tanz auf dem Vulkan

Kulturgespräch am 11.9.2017 mit Dirk Pilz, Theaterportal Nachtkritik

Zehn Stunden Tanz auf dem ehemaligen Tempelhofer Flughafengelände: Die Eröffnung der Spielzeit der Berliner Volksbühne unter dem umstrittenen neuen Intendanten Chris Dercon war "ganz schön", erklärt der Theaterkritiker Dirk Pilz im SWR2 Kulturgespräch. "Das war betont umarmend, betont freundlich", so Pilz, "aber es war kein großer Kunstakt", so habe der französische Choreograph Boris Charmatz ein ähnliches Ereignis schon einmal in Berlin inszeniert. Schwierig sei auch die Größe des ehemaligen Flughafens Tempelhof selbst gewesen, viele Tanzdarbietungen hätten sich auf dem schwer überschaubaren Areal verloren. Aus dieser Eröffnung lasse sich nicht ableiten, was Chris Dercon künstlerisch plane. Der Streit um die Berliner Volksbühne und die Absetzung von Intendant Frank Castorf sei eine "komplizierte Geschichte für künftige Historiker". Die Berliner Politik habe die emotionale Bindung des Publikums an Castorfs Volksbühne unterschätzt. Für die Zukunft wünscht Pilz den Berlinern mehr Gelassenheit und mehr Aufmerksamkeit für die Kunst selbst.

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