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Theater "Arsen und Spitzenhäubchen": Puppentheater mit Theresa May und Angela Merkel

Von Natali Kurth

Das Theater Koblenz bringt den Broadway-Schlager „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring als komischen Gruselschocker auf die Bühne. Mit dabei: Puppen-Personal aus der Gegenwart, unter anderem Angela Merkel, Theresa May, Donald Trump, Mickey Rourke und Richard David Precht.

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Puppentheater

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„Arsen und Spitzenhäubchen“ ist ein bitterböser Klassiker. Eine Krimikomödie, die seit Jahrzehnten für ausverkaufte Ränge in den Theatern sorgt.

„Arsen und Spitzenhäubchen“ ist ein bitterböser Klassiker. Eine Krimikomödie, die seit Jahrzehnten für ausverkaufte Ränge in den Theatern sorgt.

Im Wesentlichen geht es darum, dass zwei reizende alte Damen, Abby und Martha, samt Mittätern im provinziellen Häuschen eine Leiche nach der anderen verschwinden lassen. Das dürfen die jeweils anderen nicht merken. Als Puppen im Koblenzer Stück sind die beiden Angela Merkel und Theresa May nachempfunden.

Die Mischung aus Grusel und Komik funktioniert zuverlässig, die Lacher sind programmiert.

Die Puppentheater-Fassung stellt Regisseur Rodrigo Umseher vor besondere Herausforderungen. „Ich habe versucht, es so umzugestalten, dass es für Puppentheater interessanter wird. Handpuppen, die stundenlang nur reden, sind schwierig. Wir haben ja keine Mimik zur Verfügung, und dieses Stück lebt sehr stark von Mimik und Slapstick.“

Eine zweite Spielebene soll das Stück auflockern. Die Puppenspieler sind zum Beispiel auch selbst als Schauspieler auf der Bühne und übernehmen verschiedene Aufgaben.

Auf dem Bild: Hendrika Ruthenberg, Myriam Rossbach und Luisa Grüning Jarnoth.

Rodrigo Umseher: „Wir befinden uns am Fluss des Todes. Das erste Opfer im Stück 'Arsen und Spitzenhäubchen' landet am Todesfluss und muss die Münzen abgeben, um ins Todesreich zu kommen. Und darüber führe ich die Spielerebene ein.“

Noch feilen der Regisseur und sein Ensemble an den Details für den Ablauf der einzelnen Szenen.

In der folgenden Szene befindet sich Adam Hoskins im Wohnzimmer der zwei Schwestern Abby und Martha, die ihn in seiner Einsamkeit bedauern und ihn ins Reich der Toten überführen möchten.

Das Bühnenbild bleibt nah an der Vorlage und zeigt den Blick in die Lasterhöhle der Schwestern.

Leichenteile in Einmachgläsern, Mordinstrumente und Giftgläser...

...Totenköpfe und Skelette.

Regisseur Rodrigo Umseher: „Alle Figuren, die es bei uns gibt, haben eine Entsprechung in der Realität. Abby ist Theresa May als Vorlage, Martha ist unsere liebe Merkel. Jonathan ist Mickey Rourke. Wir haben Richard David Precht, und das hat für mich sofort eine gewisse Meta-Ebene, die immer mitspielt, auch wenn wir da nicht explizit drauf rumreiten.“

Puppenbauer Christian Binz hat alle Puppen für das Stück gestaltet und die Persönlichkeiten, denen sie ähneln sollen, studiert: „Alle sind mir sehr ans Herz gewachsen. Am schwierigsten war für mich Bruder Teddy, der sich für den amerikanischen Präsidenten hält, optisch an Donald Trump angelehnt. Eine ziemliche Herausforderung, weil die Grenzen zwischen Mensch und Karikatur in der Vorlage sehr fließend sind.“

Die Puppenspieler selbst müssen sich in ihre Handpuppen hineinversetzen können. Das sei noch mal etwas anderes, als einfach nur eine Rolle zu spielen, sagt Hendrika Ruthenberg, die in „Arsen und Spitzenhäubchen“ der schrulligen Schwester „Martha“ ihre Stimme leiht und sie morden lässt.

„Wir sind alle ausgebildete Puppenspieler und haben natürlich eine Grundausbildung Schauspiel genossen“, so Hendrika Ruthenberg (rechts), „aber wir haben einfach auch noch einen etwas anderen Umgang mit Sprache und Körper. Es ist schon etwas Besonderes, etwas zu spielen, was einem überhaupt nicht entspricht.“

„Die Puppen haben eben noch andere Mittel“, sagt Hendrika Ruthenberg: „Spring hoch und komm erst in zwei Minuten runter! Oder vertauscht mal die Köpfe,“ so die Puppenspielerin. „Wenn die Puppen dann am Schluss die eigentlichen Menschen sind, dann haben wir gewonnen.“

Das Puppentheater mit Handpuppen und Schauspielern am Theater Koblenz verspricht deshalb nicht nur einen gruselig komischen Abend, sondern auch dramaturgische Experimente.

4:06 min | Do, 21.3.2019 | 6:00 Uhr | SWR2 am Morgen | SWR2

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