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Bühne Theater in Anime-Ästhetik: „Miyu Unsahiro“ in Heidelberg

Von Martina Senghas

Theater als Anime - ein ganzes Stück in der Ästhetik eines japanischen Zeichentrickfilms: Das Theater Heidelberg bringt „Miyu Unsahiro“ von Flo Staffelmayr auf die Bühne, ein Stück über frühen Leistungsdruck, voller Wortwitz und in einer beeindruckend anime-artigen Bühnen-Ästhetik.

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Theater

Bilder zur Aufführung "Miyu Unsahiro" in Heidelberg

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Miyu Unsahiro (Lea Wittig, rechts) und ihre Freundin Shao Tsu (Johanna Dähler) werden jäh aus dem Schlaf gerissen. Zunächst beginnen sie ihren Tag ganz fröhlich, aber ziemlich schnell wird klar, dass Miyu in ständiger Angst davor lebt, ihre Lehrer und Eltern zu enttäuschen. Und dann taucht auch noch ihr Bruder Feyta auf, der nur fies zu ihr ist und es trotzdem leichter zu haben scheint.

Miyu Unsahiro (Lea Wittig, rechts) und ihre Freundin Shao Tsu (Johanna Dähler) werden jäh aus dem Schlaf gerissen. Zunächst beginnen sie ihren Tag ganz fröhlich, aber ziemlich schnell wird klar, dass Miyu in ständiger Angst davor lebt, ihre Lehrer und Eltern zu enttäuschen. Und dann taucht auch noch ihr Bruder Feyta auf, der nur fies zu ihr ist und es trotzdem leichter zu haben scheint.

Eine Geschichte über zu hohe Erwartungen an Jugendliche: Das war der Auftrag an den vielfach ausgezeichneten Jugendtheaterautor Flo Staffelmayr. Schon länger hatte er dazu eine Idee verfolgt, nämlich einen Anime fürs Theater zu schreiben.
Auf dem Bild: Lea Wittig als Miyu, Julia Lindhorst-Apfelthaler als Mutter und Unsahiro und Marco Sykora als Feytanabe.

Bühnenbild, Maske und Kostüm lassen sich voller Lust auf die Anime-Ästhetik ein und wirken von Anfang an überzeugend. Alles ist in Schwarzweiß gezeichnet, mit etwas Rot als Einsprengsel. Die Protagonisten kommen stilisiert japanisch daher, überzogen freilich, mit cosplay-artigen Phantasie-Schuluniformen und Geisha-Frisuren.

Einen Kimono mit Staubsauger statt Schleife auf dem Rücken trägt die Mutter, die immerzu arbeitet. (Julia Lindhorst-Apfelthaler, hinten). „Denk immer daran, um im Leben etwas zu erreichen, muss man immer sein Bestes geben!“, sagt sie zu Miyu (Lea Wittig, vorn). „Ja, Mama. Um im Leben etwas zu erreichen, muss man immer sein Beste geben.“ – „Richtig!“ – „Und wenn mein Bestes nicht reicht? Dann muss ich mich eben noch mehr anstrengen. Papa will stolz auf mich sein.“

Der Großteil der Geschichte spielt sich auf dem engen Raum eines weißen, runden Podests in der Mitte ab. Das einzig Natürliche ist ein Kirschblütenzweig, der durch ein rundes Fenster im Hintergrund schimmert - weit weg. Eine künstliche, verfremdete und entfremdete Welt.

Auf dem Bild: Lea Wittig als Miyu, Johanna Dähler als Shao und Marco Sykora als Feyta.

So kommt es, dass Miyu dem Druck nicht standhalten kann und sich in die Identität einer Computerspielheldin flüchtet. Auch hier wird der Anime-Stoff gespiegelt: Die Computerwelt bietet Miyu am Anfang Geborgenheit, zerstört am Ende aber beinahe das, was bisher gut war in ihrem Leben.

Auf dem Bild: Johanna Dähler als Shao, Simon Labhart als Leikyu und Lea Wittig als Miyu.

Doch wie im klassischen Anime gibt es ein Happy End, mit der Mutter und auch mit der Freundin Shao. Flo Staffelmayr hat ein reizvolles Jugendtheaterstück geschrieben, mit viel Freude am Sprachklang. Die Lehrerin Frau „Shikane“ zum Beispiel heißt ja nicht nur so, weil das japanisch klingt (Massoud Baygan, links). Es gibt viele solcher witzigen Wortschöpfungen wie „misosuppen-brühwarm“, „tsunamigeil“ und „anhimalayaen“.

Auf dem Bild: Frau Shikane mit Lea Wittig als Miyu und Johanna Dähler als Shao.

Wo sich die Inszenierung an das Stilisierte, Stereotype, Überzogene der Bildergeschichtsvorlage hält, ist die Inszenierung am besten. Kleine Schwächen gibt es in Momenten, in denen die Figuren versuchen, komplexer zu wirken. Das ist überflüssig. Wenn schon Verfremdung, dann wirklich. Jugendlichen wird das vermutlich auch am besten gefallen.

Auf dem Bild: Lea Wittig als Miyu und Simon Labhart als Leikyu.

3:34 min | Di, 2.4.2019 | 18:40 Uhr | SWR2 Kultur aktuell | SWR2

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Theater in Anime-Ästhetik: „Miyu Unsahiro“ in Heidelberg

Martina Senghas

Theater als Anime: Das Theater Heidelberg bringt „Miyu Unsahiro“ von Flo Staffelmayr auf die Bühne, ein Stück über frühen Leistungsdruck - voller Wortwitz und Anime-Ästhetik.


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