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Neu im Kino: Mission: Impossible – Fallout Grandioser Action-Thriller

Von Rüdiger Suchsland

Sie sind wieder da: Die IMF, die "Impossible Mission Force", eine Geheimorganisation für "unmögliche Aufträge". In den sechziger Jahren als Fernsehserie erfunden, wurde "Mission Impossible" ab 1995 im Kino zur amerikanischen Antwort auf die britischen "Avengers", die "mit Schirm Charme und Melone" die Ehre des verblassenden Empire hochhielten. Der sechste "Mission Impossible"-Film ist ein rundum gelungener Action-Thriller mit starken Frauen.

Auftakt mit Weltuntergang

Zum Weltuntergang kommt es gleich am Anfang: Rom, Jerusalem und Mekka, die Hauptstädte der drei Weltreligionen sind durch parallele Atomschläge dem Erdboden gleichgemacht.

Scheinbar, ein paar Minuten später, während man noch erstaunt ist, was sich Hollywood diesmal wieder alles traut, entpuppt sich das Katastrophen-Szenario als ein geschicktes Täuschungs-Manöver, um einen gefangenen Terroristen zu überlisten und ihm ein Codewort zu entlocken.

Traue deinen Augen nicht

Man kann seinen Augen nicht trauen, das ist die, ausgerechnet für einen Kinofilm immer wieder verblüffende, Lektion aller "Mission-Impossible" Filme. Denn die geheime Spezialeinheit IMF rund um den von Tom Cruise gespielten Ethan Hunt, arbeitet an der Rettung der Welt.

Altmodische, aber effektive Mittel

Das tut sie wie ein geschickter Hochstapler: Mit Soft Skills wie Lügen, Taschenspielertricks und Plastikmasken wie aus dem Koffer von Fantomas, die man sich übers Gesicht stülpt, um aus dem Ich im Nu einen Anderen zu machen. Recht altmodische, aber effektive Mittel, die dafür sorgen, dass man im besten Fall völlig unbemerkt bleibt.

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Kinostart: 2.8.

Mission: Impossible – Fallout von Christopher McQuarrie

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Die Impossible Mission Fore (IMF) ist zurück. Nachdem die Spezialeinheit am Ende von "Mission Impossible: Rogue" wiederbelebt wurde, sind die Agenten nun mit einem neuen Fall konfrontiert. An ihrer Spitze: Ethan Hunt (Tom Cruise).

Die Impossible Mission Fore (IMF) ist zurück. Nachdem die Spezialeinheit am Ende von "Mission Impossible: Rogue" wiederbelebt wurde, sind die Agenten nun mit einem neuen Fall konfrontiert. An ihrer Spitze: Ethan Hunt (Tom Cruise).

Bei der neuen Mission stehen Millionen Menschenleben auf dem Spiel: Gemeinsam mit seinen Partnern Benji (Simon Pegg) und Luther (Ving Rhimes) versucht Hunt, eine größere Menge Plutonium vom Schwarzmarkt weg zu kaufen, damit es nicht in falsche Hände gerät.

Als die IMF jedoch in eine Falle gerät und das Plutonium aus den Augen verliert, wird schnell klar, dass eine Gruppe Weltuntergangsterroristen, die sich "die Apostel" nennen, dahinterstecken. Sie wollen die Welt mit nuklearen Kapseln in den Abgrund stürzen.

Weil Hunt bei der Mission das Überleben seines Teams in den Vordergrund stellte und das Plutonium verschwand, schaltet sich die CIA ein. Die CIA-Chefin Erica Sloane (Angela Bassett) setzt ihren besten Kettenhund, den skrupellosen Attentäter August Walker (Henry Cavill), als Aufpasser auf das IMF an.

Agent Hunt weiß genau, dass die CIA ihm und seinem Team misstraut. Wie schon in den vorherigen Teilen handelt er auf eigene Faust und versucht, seinen Fehler auszubügeln.

Doch die CIA ist Hunt dichter auf den Fersen, als er glaubt. Sloane zweifelt nicht nur an seinen Motiven, sondern auch an seiner Loyalität.

In einem Wettlauf gegen die Zeit versuchen Hunt und sein Team, eine globale Katastrophe zu verhindern.

Regisseur Christopher McQuarrie führte bereits im fünften Teil der Mission Impossible Reihe Regie und arbeitete mit Hauptdarsteller Tom Cruise auch bei "Operation Wallküre" zusammen.

Klassischer Action-Spionage-Thriller

"Mission Impossible", geboren in einer Spionagefernsehserie der stylischen Sechziger Jahre und damals so etwas wie die amerikanische Antwort auf Emma Peel und John Steed, ist auch sonst in seiner sechsten Kinofolge keine Weltzerstörungsorgie à la Roland Emmerich.

Ballett der Muskeln und der Technik

Der Film ist ein erstaunlich klassischer Action-Spionage-Thriller, in dem Körper auf hochkomplizierte Weise und möglichst elegant durch den Raum bewegt werden, und dieses Ballett der Muskeln und der Technik vor allem schön anzusehen ist.

Ethan Hunt (Tom Cruise)

Spektakuläre Stunts sind wesentlicher Bestandteil der "Mission Impossible" Reihe

Die Welt verstrickt in Kriege

Technisch zwar State of the Art, in seinen Bilderwelten und seiner vergleichsweise anspruchsvollen und komplizierten Geschichte aber fast ein Produkt des Kalten Kriegs. Über die Welt hat sich ein unsichtbares Netz aus Kriegen, Bündnissen, Bedrohungen und geheimen Operationen gelegt.

Jeder gegen jeden

Täuschung und Scharade herrscht überall, man kann niemanden mehr trauen. Manche Menschen haben sich in dieses Netz so verstrickt, dass sie selber nicht mehr sicher wissen, wo sie stehen. Oder sie wechseln die Seiten wie die Hemden. Am stärksten sind die Konflikte zwischen den Verbündeten, der IMF, des britischen MI-6 und der CIA.

Grandiose Actionszenen

All das hat Folgen, man trägt es mit sich mit. Mit dem "Fallout" des Titels sind die Kollateralschäden des Lebens ebenso gemeint, wie der ganz praktische Fallout zweiter Atomsprengköpfe.

Sie geraten in die Hände von Apokalyptikern, die durch die Drohung mit dem Weltuntergang eine politische Umkehr einleiten wollen. Es sind grandiose Actionszenen mit denen "Mission: Impossible VI – Fallout" aufwartet.

Als die IMF jedoch in eine Falle gerät und das Plutonium aus den Augen verliert, wird schnell klar, dass eine Gruppe Weltuntergangsterroristen, die sich "die Apostel" nennen, dahintersteckt. Sie wolle

Die Welt wird bedroht von nuklearen Kapseln, nur das IMF kann noch helfen.

Harte Kampfkunst auf der Herren-Toilette 

Ein Sturz mit Fallschirm aufs Grand Palais, danach spielt der Film fast zur Hälfte in der herrlichen Kulisse von Paris.

Dauerverfolgungsjagden, gern mit dem Motorrad durch enge Gassen und mit Hubschraubern, durch die weiten Himmel des eisigen Himalaya, harte Kampfkunst auf der Herren-Toilette oder an einer Hochgebirgssteilwand. Die Spannung liegt nicht die Frage, ob Ethan Hunt es schafft, sondern wie.

Unmögliche Aufträge sind möglich

Mehr als einmal überschreitet das die Grenze zum Absurdismus: "Mission: Impossible – Fallout" ist klassische Action, aber auch Dada und manchmal ist alles schon fast ein Experimentalfilm. Trotzdem sind die persönlich-psychologischen Teile der Handlung zentral.

Grandioser Sommerblockbuster

Es sind hier vor allem wunderbare Frauenfiguren, mit denen der Film aufwartet. Die dubiose CIA-Chefin, eine geheimnisvolle sardonisch-charmante "weiße Witwe" und allen voran die schöne britische Doppel-Agentin Ilsa Faust. Sie wird von der Schwedin Rebecca Ferguson gespielt und ist Ingrid Bergmans ikonischer Figur in "Casablanca" nachempfunden.

Ilsa rettet Ethan mehr als einmal das Leben. Und so versuchen die Figuren dieses grandiosen Sommerblockbusters die Bausteine ihrer Identität vor deren drohender Explosion zu retten. Auch das ein unmöglicher Auftrag, der hier möglich wird.

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