Bitte warten...

Jazzopen mit Thomas Siffling und Stanley Clarke Standing Ovations am Alten Schloss Stuttgart

Am 16.7.2018 von Susanne Kaufmann

25 Jahre Jazzopen, das ist eine Erfolgsgeschichte. Seit der ersten Stunde kommen internationale Stars nach Stuttgart, in diesem Jahr tritt Pat Metheny auf, der auch schon vor 25 Jahren, bei den 1. Jazzopen gespielt hat. Beim Festival treten aber auch Musiker aus dem Südwesten auf. So stand am 14. Juli das Quintett des Mannheimer Jazztrompeters Thomas Siffling als Vorband der Stanley Clarke Band auf der Bühne im Innenhof des Alten Schlosses Stuttgart.

Thomas Siffling und nach ihm dann Stanley Clarke spielen vor ausverkauftem Haus im Alten Schloss und reißen das Publikum von den Stühlen. Besser geht es nicht. Und der Jazzopen Chef Jürgen Schlensog freut sich: „Ich könnte nicht glücklicher sein, ich muss es klar so sagen.“

Der Leiter der Jazzopen Stuttgart Jürgen Schlensog mit Stanley Clarke

Jürgen Schlensog, Leiter der Jazzopen Stuttgart, mit Stanley Clarke

Thomas Siffling spielt vor Weltstar

Aus gutem Grund hat er den Mannheimer Jazzer ausgewählt: „Thomas Siffling ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man einfach einen europäischen Top-Jazzmusiker und Bandleader auf dem Festival hat. Und wir tun das nicht, weil er aus Mannheim ist, sondern weil er gut ist! Für uns ist die Qualität entscheidend. Thomas Siffling, der 1972 in Karlsruhe geboren wurde, stellt an dem Abend sein neues Projekt „Flow“ vor.

Thomas Siffling: „Natürlich kommen wir vom Jazz, wir wollen auch unsere Jazzkredibilität nicht aufgeben, aber wir wollen natürlich ein bisschen Musik machen, die auch jüngere Leute anspricht. Wir versuchen eine Mischung aus elektronischer Musik, Groove-Musik und Jazz, zu schaffen, wo sowohl der Jazzfan was davon hat als auch die jungen Leute, die sagen: Hey, das ist super Musik, da kann ich mich zu bewegen, kann ein bisschen grooven.“

1/1

Thomas Siffling und Stanley Clarke bei den Jazzopen Stuttgart

In Detailansicht öffnen

Der Mannheimer Jazztrompeter Thomas Siffling beim Soundcheck im Alten Schloss Stuttgart

Der Mannheimer Jazztrompeter Thomas Siffling beim Soundcheck im Alten Schloss Stuttgart

Thomas Siffling vor seinem Auftritt bei den Jazzopen Stuttgart

Der Mannheimer Jazztrompeter Thomas Siffling spielt vor Stanley Clarke im Alten Schloss bei den Jazzopen

Stanley Clarke ist begeistert von der Atmosphäre im Alten Schloss

Der Grammypreisträger Stanley Clarke am Kontrabass im Arkadenhof des Stuttgart Alten Schlosses

Wenig Starallüren im Jazz

Auch wenn Thomas Siffling von Mannheim aus schon Tourneen durch Nordamerika und Asien gemacht hat: Stanley Clarke, der über 40 Alben produzierte, mit mehreren Grammys ausgezeichnet wurde und bei den Jazzopen direkt nach ihm spielt, hat ein ganz anderes Format. Im Jazz, sagt Siffling, sei es aber unkompliziert, mit solchen Stars gemeinsam einen Abend zu bestreiten, und außerdem meint er: „Wir sitzen ja alle im gleichen Boot, wir machen alle Musik, wir wollen alle gute Musik machen. Man freut sich, sich zu sehen und geht da sehr unvoreingenommen miteinander um. Also es ist sehr, sehr schön. Ich habe da auch die Erfahrung gemacht, dass eigentlich, je größer die Stars sind, desto unkomplizierter sind sie auch. Also man erlebt es eigentlich fast überhaupt nicht, dass jemand Starallüren hat. Also das ist mir bis jetzt noch nie passiert.“

Der Grammypreisträger Stanley Clarke am Kontrabass im Arkadenhof des Stuttgart Alten Schlosses

Der Grammypreisträger Stanley Clarke am Kontrabass im Arkadenhof des Stuttgart Alten Schlosses

Clarke bewundert die historische Kulisse des Alten Schlosses

Doch die Bewunderung ist da, ganz klar. Stanley Clarke hingegen bewundert am Samstag etwas ganz anderes: die Location seiner Bühne im Arkadenhof des Stuttgarter Alten Schlosses. Er schwärmt von den top restaurierten Burgen und Schlössern in Europa, in einigen habe er schon gespielt. Es ist das Reiterstandbild von Graf Eberhard im Barte, der erste Herzog von Württemberg, der hier furchterregend sein Schwert erhebt und - man könnte fast meinen - den Jazzer zu Höchstleistungen anspornt. Stanley Clarke wechselt zwischen E-Bass und Kontrabass, zwischen jazzigen und rockigen Nummern und spielt Musik, die gleichzeitig komplex und mehrheitsfähig ist und ein breites Publikum erreicht. Standing Ovations für ihn und seine vier Musiker, kaum einer älter als 25. „I’m older but I‘m hipper“, hat Clarke die Situation während des Konzertes selbstironisch kommentiert. Da könnte was dran sein.

Das Jazzopen im Live-Stream

Einige Konzerte aus dem Bix Jazzclub und aus dem SpardaWelt Eventcenter werden auf der Website und der Facebook-Seite des Festivals gestreamt. Darunter Jason Moran (12.7.), Indra Rios-Moore (13.7.), Michael Wollny Trio (14.7.), Tears for Esbjörn (16.7.), Omer Avital (18.7.) und Knower (21.7.). Auch vom Schlossplatz gibt es einen Live-Stream: Das Konzert von Jamiroquai am 18. Juli wird von Arte Concert gestreamt.


Weitere Themen in SWR2