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Ausstellung In Stuttgarts mobilem Friseursalon „Geschichten unter der Haube“ lauschen

Von Tobias Ignée

In diesem mobilen Friseursalon werden keine Haare geschnitten, hier kann man Geschichten lauschen: Die umgebauten Trockenhauben sind Kopfhörer. Menschen aus der Region erzählen Anekdoten aus ihrem Leben, verschiedene Charaktere mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen, die die Verbundenheit zur Region eint.

Gesammelt und aufgenommen hat diese Geschichten das Stuttgarter Künstlerkollektiv „Citizen.Kane“ im Auftrag vom Verband „KulturRegion Stuttgart“. In über 20 Orten der Region wird der Pop-up-Friseurladen in den kommenden Wochen Station machen.

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So kann man in Stuttgart „Geschichten unter der Haube“ lauschen

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Von außen sieht er fast aus wie ein typischer Bauwagen. Nur die Farbgebung ist auffällig, helles Gelb, leuchtend blaue Fensterläden. Im Innenraum Drehsessel und Friseurhauben im Charme der 70er Jahre: ein Pop-up Friseursalon.

Von außen sieht er fast aus wie ein typischer Bauwagen. Nur die Farbgebung ist auffällig, helles Gelb, leuchtend blaue Fensterläden. Im Innenraum Drehsessel und Friseurhauben im Charme der 70er Jahre: ein Pop-up Friseursalon.

Doch die Schere wird in dem mobilen Friseurgeschäft nicht geschwungen. Unter den Hauben kann man stattdessen auf Kopfhörern den Geschichten lauschen von Menschen aus den Partnerstädten der „KulturRegion Stuttgart“.  

„Wo erzählen sich die Menschen heutzutage noch Geschichten, wo kommen sie ins Gespräch? Wir sind über das Wartezimmer beim Arzt, über eine Küche zum Friseur gekommen“, sagt Bettina Pau von „KulturRegion Stuttgart“ in SWR2 über die Idee.

Zuhören kann man etwa Hannelore Oetinger aus Ditzingen, die von der Bäckerei erzählt, die ihre Eltern in den 60er Jahren betrieben. „Das war nicht nur ein Laden, das war ein Treffpunkt. Wir hatten das einzige Telefon in der ganzen Straße, also wenn irgendwas war, dann kamen die Leute zu uns zum Telefonieren.“

Im Bild: Personen lauschen den Geschichten im Pop-up-Frisörsalon

Oder einer gebürtigen Österreicherin, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Brasilien kam, dort ihren Ehemann, den Sohn des Malers Fritz Steisslinger, kennenlernte und mit ihm nach Böblingen zog. Heute versucht sie, das expressiv-realistische Werk ihres Schwiegervaters bekannt und sein ehemaliges Wohnhaus zum Museum zu machen. 

Oder Bernhard Miller, ein Daniel Düsentrieb aus Weil am Rhein, der als Jugendlicher einen Oszillographen entwickelt – das Geld mit der Idee machten jedoch andere. „Die Geschichte ist eine, die mein Leben sehr stark geprägt hat, die auch schmerzlich war und trotzdem aber auch sehr lehrreich“, erzählt Bernhard Miller den Zuhörenden unter der Haube.

Im Bild: Eine Frau lauscht den Geschichten im Pop-up-Frisörsalon

Künstler des Stuttgarter „Citizen.Kane“-Kollektivs haben die Personen interviewt. Insgesamt sind es 30 Geschichten, die sie zu zweiminütigen Hörstücken vertont haben. Die Personen und Geschichten sind ganz unterschiedlich.

Dennoch zeichnete sich ein einheitliches Bild der „KulturRegion Stuttgart“, sagt Christian Miller vom Autorenkollektiv in SWR2: „Die Region definiert sich über Arbeit. Für alle, mit denen wir gesprochen haben, war oder ist die Arbeit ein wichtiger Teil ihres Lebens und sie sind auch stolz darauf.“

Im Bild: Das Team rund um das Projekt „Geschichten unter der Haube“ von „KulturRegion Stuttgart“

Der mobile Friseursalon wird in den kommenden Wochen in über 20 Städten und Gemeinden der Region Stuttgart Station machen. „Geschichten unter der Haube lauschen“ können Sie in

  • Bietigheim-Bissingen (14.-16.6.)
  • Schorndorf (21.-23.6.) und in
  • Ludwigsburg (28.-30.6).

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