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Die neue GroKo | Horst Seehofer wird Innen- und Heimatminister "Wir passen auf euch auf"

Kulturgespräch am 7.2.2018 mit Christian Schüle

Ein Innenminister, der künftig auch die Heimat selbst als Kompetenzgebiet beansprucht: Für den Autor Christian Schüle ist das "ein symbolisches Phänomen". Horst Seehofer als Heimatminister sei ein Signal an politisch verunsicherte Wählerschichten, die sich in einer globalisierten, anonymeren Welt verloren glaubten. Mit dieser Besetzung, so Schüle, hätte sich "die CSU ... gegen alle anderen durchgesetzt - das hat mich letztlich überrascht."

Über Heimat sprechen Heimatlose

Der Autor Christian Schüle spricht der Diskussion über den Begriff Heimat die Berechtigung nicht ab. "Über Heimat spricht man immer dann, wenn man sie verloren hat oder zu verlieren glaubt, und das ist meiner Wahrnehmung nach eine Erfahrung, die sehr viele Menschen in den letzten Jahren gemacht haben".

Es gehe dabei gar nicht so sehr um "den Zuzug von geflüchteten Menschen". Schüle sieht die Probleme anderswo, in der "Globalisierung, Anglisierung - die Supermärkte haben sich verändert - es gab plötzlich keine Postfiliale mehr."

Verlust sozialer Bindungen

Für ältere Menschen sei auf solche Weise "eine Art von Einsamkeit entstanden", so der Autor, "weil soziale Bindungen und Beziehungen weggefallen sind. All das sind irgendwie auch Heimatverluste, und ich glaube, was man jetzt versucht, ist, diese Angst, die dadurch entsteht, aufzufangen, in die Bevölkerung zu signalisieren: Wir passen auf euch auf, wir sind da. jetzt haben wir Geld, jetzt haben wir Kompetenzen, jetzt ist das Thema Heimat ganz groß in der Bundespolitik angekommen, jetzt wird alles gut."

Das neue Buch des Autors und Journalisten Christian Schüle heißt "Heimat - ein Phantomschmerz" und ist 2017 bei Droemer Knaur erschienen.

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