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Ausstellung Fotografien von Gerhard Vormwald im Mannheimer Museum Zeughaus

Von Eberhard Reuß

Der Mannheimer Gerhard Vormwald war einer der erfolgreichsten Werbefotografen der Welt, Fotokünstler und Kunstprofessor. Die Galerie ZEPHYR der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen zeigt bis zum 30. Juni im Museum Zeughaus Werke von Gerhard Vormwald.

Die Fotografie als Ergebnis einer Installation

Berühmt wurde Gerhard Vormwald, weil er Menschen und Dinge zum Fliegen brachte. So wie in seinem bekanntesten Foto von Tom, dem nackten schwarzen Mann, der ausgestreckt über dem Bett schwebt mit dem Telefonhörer in der rechten Hand.

Im Zeitalter von Fotoshop und digitaler Bildbearbeitung ein Kinderspiel. Doch als Gerhard Vormwald in den 70er Jahre in seinen analogen Fotokunstwerken die Schwerkraft außer Kraft zu setzen schien, war das schlichtweg sensationell. Und stets mit einem riesigen Aufwand verbunden, erläutert Ausstellungsmacher Thomas Schirmböck: „Er hat wie ein Künstler gearbeitet, der eine Installation aufbaut. Diese Installation kulminiert in einem Augenblick und wenn das Bild im Kasten ist, ist die ganze Installation wertlos."

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Ausstellung

Gerhard Vormwald im Mannheimer Museum Zeughaus

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Im Bild: Der Fotokünstler Gerhard Vormwald in Lourdes, Frankreich 1976

Im Bild: Der Fotokünstler Gerhard Vormwald in Lourdes, Frankreich 1976

Berühmt wurde Gerhard Vormwald, weil er Menschen und Dinge zum Fliegen brachte. So wie in seinem bekanntesten Foto von Tom, dem nackten schwarzen Mann, der ausgestreckt über dem Bett schwebt mit dem Telefonhörer in der rechten Hand. Im Zeitalter von Photoshop und digitaler Bildbearbeitung ein Kinderspiel. Doch als Gerhard Vormwald in den 70er-Jahren in seinen analogen Fotokunstwerken die Schwerkraft außer Kraft zu setzen schien, war das schlichtweg sensationell.

Im Bild: Der fliegende Schwarze, Paris 1983

Seine surrealen Fotos bescherten Gerhard Vormwald sagenhafte Aufträge aus der Werbeindustrie. Die Grundlage, völlig frei als Fotokünstler leben und arbeiten zu können – zunächst in Mannheim, dann in seinen Ateliers in Paris und im ländlichen Le Couèche.

Im Bild: Autonomie, Kartoffel und Ei, 1993

Im Bild: London, UK 1973

Im Bild: Haus, Baustelle, 2012

Im Bild: Affenhaus, 2013

Sagenhafte Aufträge aus der Werbeindustrie

Seine surrealen Fotos bescherten Gerhard Vormwald sagenhafte Aufträge aus der Werbeindustrie. Die Grundlage, völlig frei als Fotokünstler leben und arbeiten zu können – zunächst in Mannheim, dann in seinen Ateliers in Paris und im ländlichen Le Couèche.

Die „privaten Ideen“ – sind die Stärke der Fotokunst von Vormwald. Die im Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen in ihrer ganzen Bandbreite versammelt ist.

Die Ausstellung zeigt die ganze Bandbreite von Vormwalds Schaffen

Zu Beginn, spontane Straßenfotografie in Schwarz-Weiß, optische Beutezüge auf seinen Reisen als junger Mann. Da gibt es die Dame mit den Pudeln in Paris, die tanzende Krankenschwester in Lourdes. Man sieht die Freude, die er beim Fotografieren hat – und die Gerhard Vormwald Zeit seines Lebens mit anderen Menschen hat teilen wollen

Gerhard Vormwald hat sich für die kleinen, unscheinbaren Dinge interessiert. Die Blumenwiesen rings um sein Landhaus bei Paris werden zum kleinen Paradies. Bratwürste verwandeln sich in Lebewesen. Eine Kartoffel flirtet mit einem Ei.

Häuser, die aus der Form geraten sind

Und zu sehen ist auch der letzte Werkkomplex, farbige Aufnahmen von Häusern, die irgendwie aus der Fasson geraten sind. So wie das baufällige französische Landhaus, in dem sich Affen tummeln. Drei Jahre sind seit seinem Tod vergangen. Die Ausstellung im Zeughaus der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen erinnert auf berührende Weise an den Künstler Gerhard Vormwald.

GERHARD VORMWALD – 13.4. bis 30.6.2019
Wegen Umbaumaßnamen im Museum Bassermannhaus findet die Ausstellung GERHARD VORMWALD in der Schatzkammer des Museum Zeughaus, C5, 68159 Mannheim, statt.

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