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Neue deutsche Serien beim Filmfest München Es darf gelacht werden!

Am 6.7.2018 von Karsten Umlauf

Fernsehserien werden mittlerweile auch gerne bei Filmfestivals gezeigt, die Grenzen zwischen Film und Fernsehen sind fließend geworden. Das längere Format der Serie ist für viele Filmschaffende auch künstlerisch interessant geworden. Beim Münchener Filmfest hat die Sektion mit neuen Serien aus Deutschland sogar schon eine kleine Tradition. In diesem Jahr gab es dort aber etwas ganz besonderes zu sehen: deutsche Serien mit Humor!

Viel Blut, ein bisschen Sex, Kapitalverbrechen, fiese Typen - das verspricht die Blockbuster-Serie „Parfum“ nach dem Bestseller von Patrick Süskind. Und es ist egal, wie viel die Serie noch mit dem Original zu tun hat, nicht sehr viel übrigens, sie wird ab Herbst auf ZDF Neo in jedem Fall ihr Publikum finden.

In der Serie "Parfum" führt eine brutale Mordserie am Niederrhein die Ermittler zu fünf ehemaligen Mordschülern. In einer der Hauptrollen ist unter anderem Wotan Wilke-Möhring als Staatsanwalt zu sehe

In der Serie "Parfum" führt eine brutale Mordserie am Niederrhein die Ermittler zu fünf ehemaligen Internatsschülern. In einer der Hauptrollen ist unter anderem Wotan Wilke-Möhring als Staatsanwalt zu sehen.

Iris Berben darf endlich alt aussehen

Wie verändert sich der Sinn für Gerechtigkeit, wenn man jahrzehntelang Verhöre abtippt und ziemlich genau merkt, wann ein Mensch lügt oder nicht? In „Die Protokollantin“ spielt Iris Berben eine solche Schreibkraft bei der Polizei als stille, vielschichtige Figur, und sie darf dabei sogar endlich einmal richtig alt aussehen.

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Das Filmfest München stellt vor

Neue deutsche Serien

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Was Verbrechen mit einem machen zeigt Iris Berben in der ZDF-Serie "Die Protokollantin", in der sie in einem Morddezernat die Vernehmungen von Kapitalverbrechen mitschreibt.

Was Verbrechen mit einem machen zeigt Iris Berben in der ZDF-Serie "Die Protokollantin", in der sie in einem Morddezernat die Vernehmungen von Kapitalverbrechen mitschreibt.

Auch Moritz Bleibtreu spielt in der Serie mit, die von Iris Berbens Sohn Oliver produziert wurde.

"Labaule und Erben" von Regisseur Boris Kunz handelt vom millionenschweren Verlagsunternehmen der Familie Labaule, was nach dem plötzlichen Tod des Vaters in die Hände von Wolfram Labaule (Uwe Ochsenknecht) fällt.

Das Problem an der Sache: Wolfram hat bis zum heutigen Tage noch keinen Fuß in den Verlag gesetzt. Obwohl er keine Ahnung vom Verlagswesen aht, will er sich der Aufgabe annehmen. Die Serie wurde vom SWR produziert und umfasst sechs Folgen.

In "Parfum" führt eine brutale Mordserie am Niederrhein die Ermittler zu fünf ehemaligen Internatsschülern. In einer der Hauptrollen ist unter anderem Wotan Wilke-Möhring als Staatsanwalt zu sehen.

Die Serie greift die Motive des bekannten Süskind-Romans auf und überträgt sie in die heutige Zeit, so spielt August Diehl einen Parfumeur. Zu sehen ist "Parfum" ab August auf ZDFneo.

Die Serie "Servus Baby" handelt von vier Frauen um die 30, die versuchen, ihr Leben im Münchener Großstadtleben zu meistern.

Zwischen Männergeschichten, Gefühlschaos, Karriere, Sinnsuche versuchen die Damen in der für den BR produzierten Serie von Natalie Spinell ihren Alltag zu meistern.

Es darf gelacht werden!

Beim Münchener Filmfest waren es allerdings weniger die High-End-Dramaserien, die für Überraschungsmomente sorgten, sondern eher kleinere humoristische Produktionen wie die SWR-Serie „Labaule & Erben“, nach einer Idee von Harald Schmidt.

"Labaule und Erben" von Regisseur Boris Kunz handelt vom millionenschweren Verlagsunternehmen der Familie Labaule, was nach dem plötzlichen Tod des Vaters in die Hände von Wolfram Labaule (Uwe Ochsenk

"Labaule und Erben" von Regisseur Boris Kunz handelt vom millionenschweren Verlagsunternehmen der Familie Labaule, was nach dem plötzlichen Tod des Vaters in die Hände von Wolfram Labaule (Uwe Ochsenknecht) fällt.

Uwe Ochsenknecht als unbegabter Verleger

Uwe Ochsenknecht spielt darin einen Verlegersohn in Freiburg, der nach dem Tod des erfolgreichen Vaters eine Zeitung leiten will. Da er aber nicht besonders clever ist, keine Ahnung vom Geschäft und zudem eine Reihe von Feinden hat, allen voran die eigene Mutter, eilt er von einer Pleite zur nächsten.

Das Problem an der Sache: Wolfram hat bis zum heutigen Tage noch keinen Fuß in den Verlag gesetzt. Obwohl er keine Ahnung vom Verlagswesen besitzt, will er sich der Aufgabe annehmen. Die Serie wurde v

Das Problem an der Sache: Wolfram hat bis zum heutigen Tage noch keinen Fuß in den Verlag gesetzt. Obwohl er keine Ahnung vom Verlagswesen hat, will er sich der Aufgabe annehmen. Die Serie wurde vom SWR produziert und umfasst sechs Folgen.

 

Bissige Mediensatire

„Labaule & Erben“ ist eine bissige Mediensatire, die lustvoll, wenn auch nicht immer auf gleichbleibendem Niveau, mit allen erdenklichen Freiburg- und Schwarzwaldklischees spielt, vom "gefaketen" Biogroßhändler bis zur humorlos umweltbewegten Nahwuchsjournalistin ist alles dabei.

Die Serie "Servus Baby" handelt von vier Frauen um die 30, die versuchen, ihr Leben im Münchener Großstadtleben zu meistern.

Die Serie "Servus Baby" handelt von vier Frauen um die 30, die versuchen, ihr Leben im Münchener Großstadtleben zu meistern.

 

Charmant bis schreiend komisch: „Servus Baby“

Den nachhaltigsten Eindruck bei den neuen deutschen Serien hat vielleicht „Servus Baby“ hinterlassen. Erwachsen aus einem Abschlussprojekt an der Münchener Filmhochschule, ist es eine charmante bis schreiend komische Serie über vier Frauen um die 30 mit den alterstypischen Problemen: erster Erfolg im Job, Beziehung läuft gut, warten auf Kinder und den Heiratsantrag …. oder eben nicht!

Zwischen Männergeschichten, Gefühlschaos, Karriere, Sinnsuche und der Verzweiflung ob des zunehmenden Alters versuchen die Damen in der  für den BR produzierten Serie von Natalie Spinell ihren Alltag

Zwischen Männergeschichten, Gefühlschaos, Karriere, Sinnsuche versuchen die Damen in der für den BR produzierten Serie von Natalie Spinell ihren Alltag zu meistern.

 

Weil sich bei jeder von ihnen die Suche nach „Mr. Right“ anders schwierig gestaltet, stürzen sich die vier Frauen - mal tollpatschig mal aggressiv - auf die Männerwelt, in der panischen Angst, demnächst zu alt zu sein und möglicherweise nicht den perfekten Entwurf leben zu können.

Bayrisches „Sex and the city“

Zusammen mit den Machern der ZDF-Satire „Lerchenberg“ haben Natalie Spinell und Felix Hellmann mit „Servus Baby“ eine Art bayrisches „Sex and the city“ geschaffen, angereichert mit anarchischem Münchner Humor, der aber auch Raum lässt für Melancholie und kleine romantische Inseln.  Eine unterhaltsamere Antwort auf den sogenannten „Ernst des Lebens“ lässt sich zur Zeit kaum finden.

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