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Neu im Kino:A Quiet Place von John Krasinski Lautloser Horror

Kulturthema am 12.4.2018 von Rüdiger Suchsland

Die Welt wird heimgesucht von einer Invasion blinder Aliens, bei der die Menschheit weitgehend ausgelöscht wurde. Eine Familie überlebt und kann nur durch absolute Lautlosigkeit weiter existieren. John Krasinskis Film "A Quiet Place" ist ein ungewöhnliches, nahezu stummes Horrorkammerspiel: Jedes Geräusch kann tödlich sein.

"A Quiet Place", "Ein ruhiger Ort": Wer bei diesem Filmtitel an friedliche Kino-Idyllen, an Heimatfilme und anderes denkt, das dazu da ist, uns von der lauten Wirklichkeit abzulenken, der sieht sich schnell getäuscht. Denn um Einkehr und Andacht, um Kino als Gottesdienst mit anderen Mitteln geht es hier nicht.

Invasion von blinden Aliens

Die Ruhe dieses Films ist gespenstisch. Sie ist, über eineinhalb Stunden lang, die Ruhe vor dem Sturm. Denn dieser Film ist zwar still, fast stumm. Aber dies ist kein Stummfilm, sondern ein Werk, das den Ton überaus sparsam einsetzt, um ihn um so spürbarer, erkennbarer zu machen.

Die Grundidee von "A Quiet Place" ist folgende: Nach einer Invasion von außerirdischen, aggressiven Wesen begreift die Menschheit bald, dass diese tödlich und haushoch überlegen sind. Aber sie haben eine Schwäche. Sie sehen nichts.

Sie orientieren sich allein durch Töne. Das Überleben ist also ganz einfach und unendlich schwer: Man darf kein Geräusch machen. Auch nicht aus Versehen. Wenn einem so etwas passiert, kann das tödlich sein. Was für eine faszinierende Prämisse! 

Geräusche enden tödlich

"A Quiet Place", der dritte Spielfilm von John Krasinski, stellt uns eine Familie vor. Vater, Mutter, drei Kinder zwischen drei und zehn. Ganz zu Beginn, nur wenige Wochen nach der Alien-Invasion, macht der Jüngste einen Fehler. Das Spielzeug-Geräusch ist tödlich.

Nach dieser kleinen Tragödie inmitten der großen, springt die Handlung ein paar Jahre weiter. Die Familie lebt auf einer im Prinzip idyllischen Farm im Westen Amerikas. Sie hat sich eingerichtet in der Lautlosigkeit. Die Menschen verständigen sich ausschließlich per Zeichensprache, sie schleichen auf Zehenspitzen durch die Welt.

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Kinostart 12.4.

A Quiet Place von John Krasinski

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Die Welt wurde von rätselhaften und anscheinend unverwundbaren Gestalten eingenommen, nur wenige Menschen haben überlebt. Familie Abbott lebt abgeschieden in einem Farmhaus inmitten von Feldern.

Die Welt wurde von rätselhaften und anscheinend unverwundbaren Gestalten eingenommen, nur wenige Menschen haben überlebt. Familie Abbott lebt abgeschieden in einem Farmhaus inmitten von Feldern.

Weit und breit sind die Abbotts die einzigen Überlebenden.

Die Kreaturen, die die Menschheit in Schach halten, sind blind und haben ein äußerst gutes Gehör. Schon beim kleinsten Geräusch machen sie sich auf die Jagd, weswegen nur die Stille das Überleben sichern kann.

Das Leben der Abbotts ist geprägt von Angst und Vorsicht. Lee Abbott (John Krasinski) versucht seine Familie so gut es geht zu beschützen.

Evelyn Abbott (Emily Blunt) spricht nicht nur mit ihrer tauben Tochter Regan (Millicent Simmonds) Zeichensprache. Alle Abbotts tun dies untereinander, um die Kreaturen nicht auf sich aufmerksam zu machen.

Auf Zehenspitzen und mit größter Vorsicht schleichen sie sich aus dem Haus, um Vorräte zu sichern und die Umgebung zu erkunden.

Als Evelyn Abbott erneut schwanger wird, sieht sich die Familie mit einer fast unlösbaren Aufgabe konfrontiert.

Als Hauptdarsteller und Regisseur John Krasinski seiner Frau Emily Blunt das Drehbuch für "A Quiet Place" vorlegt, schlägt sie sofort vor, die Rolle der Evelyn Abbott zu spielen. So sagt Emily Blunt, sie "wollte dem Film auf diese Weise zusätzlichen Realismus verleihen und obendrein eine aufrichtige Zärtlichkeit, die er sonst vielleicht nicht haben würde".

Leben in Langsamkeit

Das ganze Leben gleicht einem Traum für alle Städteflüchter und Propheten des langsamen vormodernen Lebens: Es gibt kein Radio und Fernsehen mehr, keinen Verkehr. Alles ist im Vergleich zur Gegenwart unendlich langsam geworden, denn die oberste Prämisse ist ja, kein Geräusch zu machen.

Als Mutter Evelyn allerdings schwanger wird, steht die Familie vor einer riesigen Herausforderung. Denn natürlich wird etwas passieren, die Zuschauer wissen das, und die Monster nähern sich dem Unterschlupf der Familie. Zu Anfang des Films sind sie sind derart schnell, dass man sie wenn überhaupt nur sehr kurz, für Sekundenbruchteile, sieht. Später dann schnüffeln und tasten sie viel langsamer im Haus herum.

Einfache Story, virtuos umgesetzt

So wird "A Quiet Place" ein veritabler, aber sehr eigenwilliger Horrorfilm. Die Bedrohung ist schier unerträglich, die Story überaus einfach, und die filmische Umsetzung sehr virtuos.

Die Spannung kommt vor allem durch die Tonspur. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig und schwer auszuhalten. Dann aber ist man auch als Betrachter ganz und gar in dieser Welt drin und versteht nebenbei ganz neu, wie zentral der Ton eines Films für diesen ist, und dass man ihn weder mit Lärm, noch mit Musik verwechseln sollte. Man begreift, wie sehr auch die Abwesenheit von Geräuschen deren Inszenierung ist.

Als Hauptdarsteller und Regisseur John Krasinski seiner Frau Emily Blunt das Drehbuch für "A quiet place" vorlegt, schlägt sie sofort vor, die Rolle der Evelyn Abbott zu spielen. So sagt Emily Blunt,

Hauptdarsteller und Regisseur John Krasinski und seine Frau, die Schaupielerin Emily Blunt

Starker Horrorfilm mit tiefer Bedeutung

Der Regisseur John Krasinski spielt den Vater selbst. Die Mutter wird von Emily Blunt gespielt. Unter den Kindern ist Tochter Regan beeindruckend sie wird intensiv gespielt von der tatsächlich tauben Jungdarstellerin Millicent Simmonds, die in "Wonderstruck", dem letzten Film von Todd Haynes bereits eine Hauptrolle spielte.

Die Musik stammt von Marco Beltrami, einem der besten Filmkomponisten unserer Zeit. Mit "Scream" und dem "Omen"-Remake hat er auch schon Horrorkino gemacht. Dies ist ein starker Horrorfilm mit tieferer Bedeutung und, erst gegen Ende, etwas schlichter Familienopfermoral. In jedem Fall gilt: In diesem Film ist Ruhe kein Trost.

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