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Fernsehfilm Der Flowtex-Skandal als Komödie: „Big Manni“ von Niki Stein

Angelehnt an den den realen Flowtex-Skandal um den Unternehmer Manfred Schmider erzählt die Komödie "Big Manni" von einem der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Manfred Schmider heißt im Film Manfred Brenner und gespielt von Hans-Jochen Wagner. Brenner will als smarter Mittdreißiger aus dem Schatten seines erfolgreichen Vaters treten. Die Firma Flowtex soll den Durchbruch bringen.

Big Manfred = Big Manni = Big Money: Die Komödie über den Flowtex-Betrüger Manfred Schmider solle ein „kleiner Dietl-Film“ sein, so Regisseur Niki Stein.

Betrugsgeschäfte im Bau-Boom der Nachwendejahre

Es ist ein Film über einen der größten Betrugsskandale der Bundesrepublik. Anfange der 90er Jahre, im beginnenden Bauboom nach der Wiedervereinigung, beginnt Manfred Brenner sein betrügerisches Geschäft mit Bohrsystemen und Aufträgen, die gar nicht existieren.

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Themenabend im Ersten am 1.5.

Bilder zur Filmkomödie „Big Manni“ von Niki Stein

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Angelehnt an den realen Aufstieg und Fall der Firma Flowtex erzählt "Big Manni" von einem der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Über vier Milliarden DM betrug der Schaden, als Firmenchef Manfred Schmider im Jahr 2000 verhaftet wurde.

Angelehnt an den realen Aufstieg und Fall der Firma Flowtex erzählt "Big Manni" von einem der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Über vier Milliarden DM betrug der Schaden, als Firmenchef Manfred Schmider im Jahr 2000 verhaftet wurde.

Ettlingen, Mitte der 1980er Jahre: Manfred Brenner (Hans-Jochen Wagner) ist regional erfolgreich als Hersteller von Fassadenfarbe. Als seine Firma ein Tief durchlebt, gründet Brenner mit Flowtex eine neue Firma und baut Horizontalbohrmaschinen. Damit hofft er auf den großen Wurf.

Obwohl sich Manfred Brenner vom Verkauf der Horizentalbohrer viel verspricht, bleibt der große Erfolg zunächst aus.

Mit viel Charme kann "Big Manni" Banker und Politiker täuschen. Als die Geldgeber Stoschek (Robert Schupp) und Stüberle (Ferdinand Grözinger) die Horizontalbohrer in Betrieb sehen wollen, werden sie von Brenner (Hans-Jochen Wagner) und seinem Geschäftspartner Pfortner (Jürgen Hartmann) zu einer gefakten Flowtex-Baustelle gefahren.

Bald schon führt Brenner ein Leben auf großem Fuß, pflegt gute Beziehungen zu Bankern und regionalen Politikern.

Obwohl nur wenige Bohrmaschinen wirklich existieren, wird Manfred Brenner von Banken und Wirtschaftsprüfern hofiert. Vorbehalte von Finanzbeamten werden kurzerhand von seinen Gönnern ausgebremst.

Kaum jemand scheint zu merken, dass Brenner mit zahlreichen gefälschten Unterlagen ein betrügerisches Unternehmen führt. Lediglich ein Ermittler, der Brenner noch aus Schulzeiten kennt, ist auf der Suche nach Beweisen für die Scheingeschäfte von "Big Manni".

Der Film basiert auf den wahren Begebenheiten rund um den Ettlinger Unternehmer Manfred "Big Manni" Schmider, der Anfang der 2000er wegen milliardenschweren Betruges festgenommen und verurteilt wurde.

Regisseur Niki Stein hat sich vor den Dreharbeiten einmal mit Manfred Schmider getroffen. Sein Fazit: "Ein sehr netter, einnehmender Mann: Ich hätte ihm jeden Gebrauchtwagen abgekauft."

Ferner sagt Stein über den Stoff des Films, Hochstapler seien immer reizvolle Figuren in einem Drama. Besonders glücklich ist Niki Stein daher über die Besetzung der Hauptrolle: "Big Manni kann auch den Hals nicht voll kriegen, er ist ein eitler Selbstdarsteller. Das verschweigt der Film nicht. Und der wunderbare Hans-Jochen Wagner zeigt diesen Big Manni in all seinen Facetten."

Lange Zeit bemerkt niemand, dass Brenner mit ein paar Helfern und etlichen gefälschten Unterlagen ein betrügerisches Firmenkonsortium aufbaut. Sein verschwenderischer Lebensstil blendet Politiker. Banken, Leasinggesellschaften und Wirtschaftsprüfer hofieren ihn.

5:30 min | Di, 9.4.2019 | 6:00 Uhr | SWR2 am Morgen | SWR2

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Gespräch

Regisseur Niki Stein über seine Betrüger-Komödie: „Big Manni“

Martin Gramlich im Gespräch mit Niki Stein

Der Film „Big Manni“ über den Flowtex-Betrüger Manfred Schmider solle ein „kleiner Dietl-Film“ sein, so Regisseur Niki Stein. Es sei kaum möglich, sich diesem Stoff anders als komödiantisch zu nähern. Obwohl Manfred Schmiders fingierte Geschäfte gegenüber den heutigen Cum-Ex-Betrügereien beinahe vernachlässigenswert wirkten, dürfe man nicht vergessen, dass Schmider fünf Milliarden D-Mark veruntreut habe. Der Film läuft am 1. Mai im Ersten.

Niki Stein: Eine Komödie mit ernstem Hintergrund

Es sei heute kaum möglich, sich diesem Stoff anders als komödiantisch zu nähern, meint Regisseur Niki Stein im SWR2 Gespräch. Im Vergleich mit den Cum-Ex-Betrügereien großer Banken wirkten Schmiders fingierte Geschäfte beinahe charmant.

1:06 min

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Trailer Big Manni

Angelehnt an den realen Aufstieg und Fall der Firma Flowtex erzählt "Big Manni" von einem der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Über vier Milliarden D-Mark betrug der Schaden, als Firmenchef Manfred Schmider im Jahr 2000 verhaftet wurde.

Dabei solle der Film Schmiders kriminelle Aktivitäten keinesfalls verharmlosen. Fünf Milliarden D-Mark habe der Unternehmer veruntreut, ein Schaden, für den letztendlich der Steuerzahler aufkommen musste. Das Geld sei in Schmiders absurden Reichtum geflossen und für wichtige öffentliche Investitionen verloren. Das dürfe man nicht verniedlichen, so Stein.

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