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Bildergalerie Die neue BND-Zentrale - Architektur der Macht

Ein fast 300 Meter langer Trutzbau mit 260.000 Quadratmetern: Die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes in Berlin wirke mit ihren 14.000 Fenstern wie eine monumentale mittelalterliche Festung, so der Kunstwissenschaftler und Journalist Nikolaus Bernau. Es handle sich um eine Form von Machtarchitektur, allerdings nicht der Politik, sondern der Verwaltung.

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Die neue BND-Zentrale in Berlin

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Die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes an der Chausseestraße in Berlin Mitte sei ein Stück Machtarchitektur, aber nicht die für Politiker, sondern für die Verwaltung, sagt der Kunstwissenschaftler und Journalist Nikolaus Bernau: „Er zeigt, wie stark die Verwaltung inzwischen geworden ist.“ In zwölf Jahren Bauzeit entstand der Gebäudekomplex nach Plänen der Architekten Kleihues + Kleihues.

Die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes an der Chausseestraße in Berlin Mitte sei ein Stück Machtarchitektur, aber nicht die für Politiker, sondern für die Verwaltung, sagt der Kunstwissenschaftler und Journalist Nikolaus Bernau: „Er zeigt, wie stark die Verwaltung inzwischen geworden ist.“ In zwölf Jahren Bauzeit entstand der Gebäudekomplex nach Plänen der Architekten Kleihues + Kleihues.

Der 284 Meter lange Trutzbau erinnere an eine riesige mittelalterliche Festung mit Gräben und Wehrtürmen, so Berner.

Zum anderen fühlt sich Bernau durch die Vorfahrt mit seitlichen Palaisgebäuden an ein barockes Adelspalais erinnert.

14.000 Fenster, die an Schießscharten erinnern - die BND-Zentrale ist Nikolaus Bernau zufolge ein Beispiel für die in Berlin Mitte dominant gewordene Rasterarchitektur: „Wenn man die Spree entlangfährt vom Reichstag zum Hauptbahnhof - da steht eine solche Kiste neben der nächsten. Sie unterscheiden sich nur in minimalen Details.“

Bernau fühlt sich auch an das ehemaliges Reichsluftfahrtministerium an der Berliner Wilhelmsstraße (im Bild) erinnert: „Ein endloser Takt von immer gleichen Fensterbreiten.“ Heute ist dort das Bundesfinanzministerium untergebracht.

Der Bund sei gezwungen ökonomisch zu arbeiten, auch um Platz zu sparen, mein Bernau. Daher übernehme er die Schemata der Investorenarchitekturen, so dass Arbeitsplatznormen minimal erfüllt würden.

Im Bild: Halle der BND-Zentrale bei den Eröffnungsfeierlichkeiten am 8.2.2019.

In den 1990er-Jahren wurde noch anders gebaut. Das 1997 bis 2001 entstandene Kanzleramt der Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank wirke sehr transparent, so Bernau: „Man kann in die Büros reinschauen“.

Die neue BND-Zentrale konkurriere nun in der Ranghöhe mit diesem Kanzleramt, so Bernau: „Es ist eine ungeheure monumentale Machtanmaßung des BND. Es ist atemberaubend, dass die Politiker das zugelassen haben!“ Ein solches Gebäude werde dafür sorgen, dass man sich viel mehr mit der Geschichte des BND beschäftigen werde, hofft Bernau: „Da ist eine Machtorganisation mitten in die Stadt reingedonnert worden, die man kontrollieren muss!“


Das SWR2 Gespräch mit Nikolaus Bernau hören:

7:06 min | Fr, 8.2.2019 | 6:00 Uhr | SWR2 am Morgen | SWR2

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Nikolaus Bernau: Die neue BND-Zentrale in Berlin - Architektur der Staatsmacht

Max Bauer/ Nikolaus Bernau

Ein fast 300 Meter langer Trutzbau mit 260.000 Quadratmetern: Die neue BND-Zentrale in Berlin wirke mit ihren 14.000 Fenstern wie eine monumentale mittelalterliche Festung, so der Kunstwissenschaftler und Journalist Nikolaus Bernau. Es handle sich um eine Form von Machtarchitektur, allerdings nicht der Politik, sondern der Verwaltung.

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