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Atelier Brückner gestaltet neues Pyramidenmuseum in Ägypten Stuttgarter designen Pharaonentempel 2.0

Von Cornelia Wegerhoff

Mit Know-how aus Stuttgart entsteht in der Nachbarschaft der Pyramiden derzeit eine Art Pharaonentempel 2.0: das Grand Egyptian Museum, ein gigantisches Gebäude für die Schätze aus der Pharaonenzeit. Schon jetzt wird auf der Baustelle intensiv geplant, wie Tutanchamun und Co. später in Szene gesetzt werden sollen. Beteiligt daran sind Ausstellungsdesigner des Stuttgarter Ateliers Brückner.

Das riesige Museum als "vierte Pyramide"

Es geht um Details. Doch die Königin aus dem alten Ägypten soll sich auch im neuen Museum von ihrer besten Seite zeigen. Und Tarek Taufik ist pingelig. Er ist Generaldirektor des Grand Egyptian Museums, das gerade am Stadtrand von Kairo gebaut wird.

"Die vierte Pyramide", nennen es die Ägypter mit Blick auf die benachbarten Pyramiden von Gizeh.

Ägypt. Museum

Das gigantische Grand Egyptian Museum entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft der Pyramiden von Gizeh.

Konzepte des Ateliers Brückner für zwei Tutanchamun-Galerien

In einem kleinen Containerdorf oberhalb der Baustelle wird bereits diskutiert, wie es im Inneren des neuen Mega-Museums aussehen soll. Alle paar Wochen trifft sich hier der Museumsdirektor, der selbst in Deutschland studiert hat, mit Designern aus Stuttgart.

Tarek Taufik: "Das Atelier Brückner hat für das Grand Egyptian Museum die Umsetzung für eine riesige Freitreppe in der Eingangshalle und zwei große Galerien für Tutanchamun gemacht. Das ist ein sehr modernes Ausstellungskonzept."

Große Treppe im Ägyptischen Museum

Eines der großen Projekte des Ateliers Brückner im neuen Pharaonentempel: die Gestaltung der großen Freitreppe zu den oberen Ausstellungsräumen.

Arbeit an der Präsentation von über 5.000 Objekten

Dabei geht es beispielsweise um eine Art Ahnentafel für Pharao Tutanchamun. Yijing Lu, Projekt-Managerin vom Atelier Brückner: "Wir inszenieren einen Stammbaum mit Vitrinen und Glaspanels. Die Gesichter werden auf die Glaspanels gedruckt. In den Vitrinen befinden sich Objekte, die jeweils zu den Familienmitgliedern gehören."

Änderungen am Konzept sind eine Sisyphus-Arbeit, denn allein zur Tutanchamun-Sammlung, die das Atelier Brückner in Szene setzen soll, gehören 5.000 Objekte. "Die Anzahl der Objekte ist einmalig, auch für uns", so Yijing Lu. "Wir haben noch nie so ein großes Projekt gemacht."

Visualisierung Atrium

Für das Atrium des neuen Museums arbeitet die Galerie an einer umfassenden Präsentation zu den Tutanchamun-Gräbern.

Einmal pro Monat nach Kairo zur weiteren Planung

Seit Anfang 2017 widmet sich das international renommierte Atelier auch dem Ausstellungsdesign im Herzen des neuen Kairoer Großmuseums. Allein sieben Monate habe die Planungsphase gedauert, so Yijing Lu. "In diesen Monaten haben wir wirklich mit 25 bis 30 Mitarbeitern an diesem Projekt gearbeitet. Ende des Monats sind wir immer eine Woche nach Kairo geflogen, um unseren Planungsprozess zu präsentieren."

Die Herausforderung: Sowohl Großobjekte, wie die goldenen Sarkophage Tutanchamuns als auch sein filigraner Schmuck sollen präsentiert werden. Erzählerisch, wie die Projektmanagerin erläutert.

Besucher sollen sich fühlen wie der Entdecker des Tutanchamun-Grabes

So sollen sich die künftigen Museumsbesucher wie Howard Carter fühlen können, der Forscher, der 1922 das Grab Tutanchamuns entdeckt hat. "Wir kreieren ein 1:1-Modell von dem Grab", erläutert Yijing Lu, "und projizieren Bilder auf die Eingänge von jedem Raum, wie er dieses Grab eröffnet hat."

Ägypt. Museum

Auf der riesigen Baustelle des neuen Pyramidenmuseums arbeiten täglich 6.000 Menschen.

6.000 Arbeiter schuften wie beim Pyramidenbau

Noch wird auf der Großbaustelle allerdings Schwerstarbeit geleistet. Parallel läuft bereits der Umzug der jahrtausendealten Pharaonenschätze aus dem bisherigen Ägyptischen Museum in Kairo.

Allein damit, so Generaldirektor Tarek Taufik, sind momentan 400 Leute befasst: Restauratoren, Ägyptologen, administratives Personal und Sicherheitsleute. An der Fertigstellung der Gebäude arbeiten sogar 6.000 Arbeiter. "Das ist mit dem Bau der Pyramiden durchaus vergleichbar." 

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