Bitte warten...

Der israelische Premier Netanjahu besucht Frankreich Warum schweigen Muslime zum Judenhass?

Interview am 5.6.2018 mit Beate Klarsfeld

Deutschland und Israel entzweit die Iran-Frage. Doch auch der wachsende Antisemitismus in Europa sorgt für Konfliktstoff. Der israelische Premierminister Netanjahu trifft heute Frankreichs Staatspräsident Macron. Immer mehr französische Juden wandern nach Israel aus, vor allem wegen antisemitischer Übergriffe. Die Journalistin Beate Klarsfeld zeigt sich im SWR2-Interview enttäuscht von dem Hass gegen Juden. Gewalt gehe in Frankreich dabei vor allem von Islamisten aus.

Gewalttaten gegen Juden durch Islamisten

Klarsfeld, die mit ihrem jüdischen Ehemann Serge in Paris lebt, sieht eine Zunahme des Antisemitismus in Frankreich sowohl von links- wie rechtsextremer Seite. Zu gewalttätigen Übergriffen und Morde komme es jedoch vor allem durch Islamisten und Jihadisten.

Die Journalistin, die mit ihren Dokumentationen seit den 60er Jahren auf die Untaten vieler Nazi-Verbrecher aufmerksam gemacht hatte, sieht in dem Antisemitismus in Frankreich vor allem ein gesellschaftliches Problem. Die Regierung von Staatspräsident Macron versuche dagegen den Hass einzudämmen.

Klarsfeld: Wünsche mir Proteste der Muslime gegen Antisemitismus

Viele Einwanderer, vor allem aus Nordafrika, brächten den Hass auf Israel von dort bereits mit. In vielen muslimischen Familien gelte es als normal, auf Juden zu schimpfen. Sie wünsche sich, so Klarsfeld, dass beim Besuch des israelischen Premierministers auch Muslime den Mut fänden, gegen den Hass auf Juden zu protestieren. Das geschehe derzeit aber nicht.

Weitere Themen in SWR2