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Ausstellung Der Computer als Choreograph: „Between us“ in Mainz

Von Natali Kurth

„Between us“ heißt ein außergewöhnliches Projekt in der Kunsthalle Mainz, das davon handelt, wie sich Tanz in digitale Daten umwandeln lässt und Künstler von diesem Material inspiriert werden. Beteiligt sind mehrere Mainzer Institutionen, unter anderem das Staatstheater mit seiner Kompanie „tanzmainz“.

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Ausstellung

Bilder zur Aktion „Between Us“ der Kunsthalle Mainz

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In dem Projekt „Between us“ geht es darum, wie Tanz in digitale Daten umgewandelt werden kann und wie sich von diesem Material in einem zweiten Schritt bildende Künstler inspirieren lassen.

In dem Projekt „Between us“ geht es darum, wie Tanz in digitale Daten umgewandelt werden kann und wie sich von diesem Material in einem zweiten Schritt bildende Künstler inspirieren lassen.

Seit drei Jahren ist die „Motion Bank“ an der Hochschule Mainz angesiedelt, mit dem Kommunikationsdesigner Florian Jenett an der Spitze: „Wir haben hier von einem Tanzstück „eine Aufnahme der Bewegung gemacht und den Prozess dokumentiert. So können wir die einzelnen Elemente der Choreografie verstehen. Das zeigen wir in einer Grafik, wo wir über Bewegungspfade sichtbar machen, was in dem Moment auf der Bühne zu sehen ist.“

Am Anfang steht der Tanz, stehen echte Menschen, echte Bewegungen auf acht mal acht Metern.

Eine Stunde gehen, laufen, rennen die fünf Tänzer in der Choreografie „Effect“ des Finnen Taneli Törmä im Kreis. Sie ziehen ihre Bahnen auf dem weißen Tanzboden, stoßen in der Mitte zusammen oder streben auseinander wie eine Blume, die sich öffnet. Es hat etwas Meditatives.

Diese Choreografie haben Florian Jenett und sein Team aufgezeichnet und in abstrakte digitale Datenpfade verwandelt.

Jedem Tänzer ist eine Farbe zugeordnet, so dass man genau sieht, wer wo ist. „Motion Capturing“ heißt das Verfahren, das die Bewegung erfasst und in einer anderen Form wiedergeben kann.

Tanzdirektor Honne Dohrmann (rechts) und Tänzer Zachary Chant erklären das Prinzip: „Zachary Chant ist hier mit der grünen Farbe dargestellt. Man sieht das Muster seiner Bewegung, das aufgezeichnet worden ist. Das ist eine Sequenz des Parcous, die er während des Stückes hat.“

So entstehen bunte Bilder mit verschiedenen Farben, die exakt die Laufwege und die Tanzbewegungen abbilden.

Durch das ganze Treppenhaus sind diese Laufwege auf Bildtafeln dokumentiert. Das heißt, der Besucher kann sich erst die Choreografie anschauen und dann die Bilder oder umgekehrt.

Außerdem gewährt Florian Jenett den Besuchern auch Einblick in sein Forschungslabor. Ein Teil davon ist aufgebaut. Damit kann jeder nachvollziehen, wie aus einem langen Schritt eines Tänzers ein langer grüner Strich oder aus einer Drehung ein gelber Kreis wird.

„Between us“ ist ein ambitioniertes, komplexes Projekt und geht deutlich über das hinaus, was eine Choreografie oder eine Ausstellung für sich allein leisten kann. Die Grundlage dafür hat - wen wundert's - William Forsythe gelegt. Und zwar mit seiner sogenannten „Motion Bank“. Ein Forschungsprojekt, das sich um die Digitalisierung und Vermittlung von zeitgenössischem Tanz kümmert.

Das Projekt „Between us“ führt aber noch weiter. Kunsthallendirektorin Stefanie Böttcher hat Künstler eingeladen, sich mit dem digitalen Material und der realen Choreografie auseinanderzusetzen und die einzelnen Räume zu bespielen. So hat eine norwegische Duftkünstlern Gerüche der Tänzer gesammelt und sie in kleinen Vasen zugänglich gemacht.

Stefanie Böttcher (rechts): „Das zeigt, wie Informationstransfer passiert. Jeder, der eine Nachricht bekommt, nimmt genau die Elemente, die für ihn interessant sind – trägt diese Elemente weiter. Davon handelt das gesamte Projekt. Was bleibt eigentlich von einer anfänglichen Information, wenn sie verschiedene Köpfe, Körper, Menschen, Disziplinen durchläuft?“

Insgesamt ist das Projekt „Between us“ ein Meilenstein für die Zukunft der Tanzdokumentation und wird damit womöglich Geschichte schreiben.

3:59 min | Do, 14.3.2019 | 12:33 Uhr | SWR2 Journal am Mittag | SWR2

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Natali Kurth

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