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Wie weiter nach dem Aus für Bibelturm? "Bittere Stunde für Gutenbergmuseum"

Interview am 16.04.2018 mit Annette Ludwig, Leiterin des Gutenbergmuseums

Nach dem Aus für die geplante Erweiterung des Gutenbergmuseums will die Stadt Mainz einen Plan zur Renovierung des alten Gebäudes entwickeln. Die Leiterin Annette Ludwig erklärte im SWR2-Interview, sie werde für das berühmte Museum für Druckkunst weiterkämpfen. Die Ablehnung der im Stadtrat ursprünglich beschlossenen Erweiterungspläne beim Bürgerentscheid sei eine "bittere Stunde", räumte Ludwig ein. Über 77 Prozent der Mainzer hatten einen Bau des Bibelturms abgelehnt.

Engagement der Unterstützer erhalten

Annette Ludwig erklärte, die Stadt habe zu den Museumsplänen durchaus und über einen längeren Zeitraum Aufklärungsarbeit betrieben. Erst spät habe sich Widerstand in der Stadt organisiert. Das Engagement der vielen, die sich für einen Ausbau des Gutenbergmuseums eingesetzt hätten, gelte es nun zu erhalten, "damit eben nicht alles beim Alten bleibt."

Zu sehen ist der geplante Bibelturm am Liebfrauenplatz. Die Grafik stammt von dem Sieger-Architektur-Büro aus Hamburg.

Das wäre der Blick vom Liebfrauenplatz auf den Bibelturm.

Stimmung erst durch eine Kampagne gekippt

Die Leiterin des Gutenbergmuseums ist spürbar enttäuscht vom Nein der Mainzer Bürger zum Bau des Bibelturms. "Am Anfang hat es sogar so ausgesehen, dass sich sehr viele auf den Siegerentwurf kaprizieren", so Annette Ludwig, "weil er die kleinstmögliche Grundfläche des Liebfrauenplatzes beansprucht. Erst durch eine Kampagne ist die Stimmung gekippt."

Die Komplexität des Planungsverfahrens für den Neubau nachzuvollziehen sei schwierig, erklärt die Museumsleiterin mit Blick auf den Bürgerentscheid. Viele hätten letztlich nur danach entschieden, ob ihnen der Entwurf für den Bibelturm gefalle. Natürlich müsse man dieses Votum jetzt respektieren.

1:30 min | Mo, 16.4.2018 | 18:40 Uhr | SWR2 Kultur aktuell | SWR2

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Gries, Mareike

Die Mainzer haben den Ausbau des Gutenbergmuseums mit großer Mehrheit abgelehnt. Kein gutes Zeichen für die Zukunft vergleichbarer Projekte, meint Mareike Gries in ihrem Kommentar.

Neue Pläne: Altes Museum sanieren

Oberbürgermeister Ebling hat unterdessen neue Pläne für ein umgestaltetes Gutenberg-Museum angekündigt: „Es wird sich jetzt auf die Fläche des bestehenden Museums begrenzen“, sagte Ebling dem SWR. Die Planungen sollten mit den Mainzern so gut diskutiert werden, dass es nicht erneut zu einer Kontroverse in der Stadt komme. Dieses Vorgehen brauche allerdings Zeit: „Einen Plan B hat niemand in der Schublade liegen".

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