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Tote Stechmücke liegt auf einer hellen Unterlage

Asiatische Tigermücke Kampf gegen den Krankheitsüberträger

Die Zika-Infektionen in Südamerika sind weit weg. Dennoch wirft das Thema seine Schlagschatten auch nach Deutschland. Ein Grund dafür: die "Asiatische Tigermücke". Erste Populationen sind im vergangenen Jahr in Jena, Freiburg und Heidelberg entdeckt worden.

Das Problem: Der Moskito kann zahlreiche Krankheitserreger übertragen, u.a. Dengue-, Chinkungunya- und möglicherweise auch Zika-Viren. Noch fehlt zwar der letzte wissenschaftliche Beweis.

Dennoch wollen die Biologen der "Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage" am Oberrhein – kurz KABS – der Tigermücke "an den Kragen". Rein präventiv. Um zu verhindern, dass sich die Plagegeister großflächiger ausbreiten.

Heidelberg, im Stadtbezirk "Ochsenkopf", nahe der Autobahn. Im vergangenen Sommer hatte hier erstmals ein schwarz-weiß gemusterter Moskito für Aufregung gesorgt. Anwohner klagten über ein aggressiv stechendes Insekt, das neuerdings durch ihre Gärten schwirrte – es handelte sich um die "Asiatische Tigermücke", fanden Experten heraus.

Erste Brutstätten in Gartenanlagen

Jetzt sollen die Brutstätten ausfindig gemacht und vernichtet werden. Ein dreiköpfiges Team der KABS inspiziert dazu sämtliche Gärten. Eine Hausbesitzerin führt die Biologen hinter ihren Schuppen, zu den Wasservorräten.

Pinzette über einem Haufen Mücken

Im Heidelberger Stadtbezirk "Ochsenkopf", nahe der Autobahn, hatte im Sommer 2015 erstmals ein schwarz-weiß gemusterter Moskito für Aufregung gesorgt

Biologin Lilith Stelzner streift sich Plastik-Handschuhe über. Mit einem Eimer schöpft sie das trübe Wasser aus der Tonne. Dann inspiziert sie die Ablagerungen im Innern, auf der Suche nach möglichen Mücken-Eiern. Sie sehen aus wie kleine, schwarze längliche Punkte.

Doch letzte Gewissheit bringt erst der Laborbefund. Was Lilith Stelzner zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Mit ihrer Vermutung liegt sie richtig! In jeder Tonne, die das Team bislang unter die Lupe genommen hat, waren Tigermücken-Weibchen aktiv.

Die Zeit drängt

Überall haben sie Eier hinterlassen, deutlich zu sehen unter dem Mikroskop. Viele sind leer – der Winter hat die Embryonen absterben lassen. Einige aber konnten überleben, auch das werden die Versuche im Labor später zeigen.

Was deutlich macht: Sobald die Temperaturen dauerhaft steigen, schlüpfen im Freiland die ersten Larven. Die Zeit drängt also. Die Biologin greift zur Bürste. Ihr Ziel: möglichst viele Tigermücken-Eier unschädlich machen und eine Probe nehmen.

Eine komplette Schrebergartenanlage hat das Team in den letzten Wochen bereits auf den Kopf gestellt: über 100 Tonnen gereinigt, Blumenuntersetzer wie verstopfte Regenrinnen von Wasserresten befreit, herumfliegende Becher und Dosen geleert - alles potentielle Brutstätten.

Ein Gartenzwerg mit roter Zipfelmütze steht vor einer Holzwand.

Die Asiatische Tigermücke kann mit dem internationalen Warenverkehr nach Deutschland kommen, also mit Altreifen oder auch in Frachtcontainern

Mücke auf Rädern

Die Asiatische Tigermücke kann mit dem internationalen Warenverkehr nach Deutschland kommen, also mit Altreifen oder auch in Frachtcontainern. Wenn das oft genug geschieht und die Eier legen, dann kann sich irgendwo in Deutschland eine neue Population aufbauen.

Die Gefahr jedoch, dass man sich in Deutschland mit dem Zika-Viren infiziert, ist sehr unwahrscheinlich. Denn solange es nicht auch Viren hier vor Ort gibt, sei eine Übertragung nicht möglich. Das gleiche gilt für Malaria.

Warum dann der ganze Aufwand? Damit sich die Tigermücke gar nicht erst ansiedelt, um später zu einem Problem werden zu können. Und jetzt besteht noch die Möglichkeit, etwas gegen die ersten wenigen Populationen zu tun.

Bekämpfung in drei Stufen

Zunächst versuchen die Mückenjäger möglichst viele Eier zu vernichten, danach setzen sie auf ein biologisches Mittel. Es greift den Verdauungstrakt der Larven an und tötet diese ab. Gegen die "adulten", also ausgewachsenen Insekten helfen schließlich spezielle Stell-Fallen.

Eine Strategie, die zum Erfolg führen wird? Das Team der KABS jedenfalls ist zuversichtlich. Die Asiatische Tigermücke sei relativ "standorttreu", erklären die Biologen, schweife also kaum die Ferne. Was die Bekämpfung deutlich erleichtere und letztendlich hoffen lasse. Dafür kommt es darauf an, dass viele Anwohner mitmachen.

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Im Programm

1. Preisträgerkonzert des 68. ARD Musikwettbewerb 2019,
ausgetragen in den Fächern Klarinette, Violoncello, Fagott und Schlagzeug
Münchner Rundfunkorchester
Leitung: Valentin Uryupin
(Konzert vom 18. September im Münchner Prinzregententheater)

Musikliste:

Ferran Cruixent:
Focs d'artifici
Aurélien Gignoux (Frankreich/Schweiz, 2. Preis Schlagzeug)
Carl Maria von Weber:
Fagottkonzert F-Dur op. 75
Theo Plath (Deutschland, 3. Preis Fagott)
Elliott Carter:
Klarinettenkonzert
Han Kim (Südkorea, 2. Preis Klarinette)
Robert Schumann:
Klarinettenkonzert a-Moll op. 129
Sihao He (China, 3. Preis Cello)

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