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Alle reden vom Wetter, alle reden vom Klima - es ist Zeit, diesen Diskurs künstlerisch zu führen.

Ausgezeichnet mit dem Prix Italia 2020.

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Das Wetter hat seinen "Wildlife"-Charakter verloren

Seit Menschengedenken existiert der Wunsch, ins Wettergeschehen auf der Erde einzugreifen. An die Stelle ritueller oder religiöser Wetterbeschwörungen ist heute ein unter Klimawissenschaftlern, Politikern, Wirtschaftsfachleuten und Militärs offen und konkret geführter Diskurs über die weltweite Beeinflussung der Atmosphäre bis hinauf in die Stratosphäre durch Chemie und Physik getreten. Wetter verliert seinen "Wildlife"-Charakter.

Historische Zeugnisse treffen auf zeitgenössische Gedichte und Field-Recordings

Werner Cee beschäftigt sich schon seit Jahren mit diesem Thema und hat aus seinen Arbeitsmaterialien - altem genutzten wie ungenutzten sowie neuem Audiomaterial - den Soundtrack eines dystopischen Szenarios komponiert.

Auf der Textebene collagiert er historische Zeugnisse (etwa von Lord Byron und Jón Steingrímsson über den Ausbruch des Laki-Vulkans 1783/84) mit zeitgenössischen Gedichten (wie den "Cloud Songs" von Bettina Obrecht) sowie Field-Recordings über eine Ätna-Beschwörung mit Dokumenten und Patentschriften aus dem US Patent and Trademark Office zum Geo-Engineering.

Sie alle lässt er auf eine Klangwelt aus Soundscapes und irisierenden Atmosphären treffen - von traumverlorenen Landschaften bis hin zu apokalyptischem Unwetter.

Zwischen Naturfaszination und Naturbeherrschung

Werner Cees Text-Musik-Stück bewegt sich entlang der ambivalenten Utopien von ergebener Naturfaszination und ergiebiger Naturbeherrschung, in denen es die eine richtige Antwort bisher nicht gibt oder auch vielleicht nie geben kann.

Mit: Neville Tranter, Freddie Wadling, Adrian, Becky und Rachel Unthank, Stian Westerhuis, Hans Hollinger u. a.
Komposition und Regie: Werner Cee
(Produktion: SWR in Kooperation mit Deutschlandradio 2020)

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