SWR2 Ohne Limit

Social Engineering

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AUTOR/IN
Jan Jelinek

Täglich sammelt sich ein gewaltiges Textkonvolut im Spam-Ordner des Mail-Programms. Unbeachtet und ungelesen werden gefilterte Emails nach wenigen Tagen automatisch gelöscht - um in einer ähnlichen Version keine 24 Stunden später wieder im Spam-Ordner zu landen. Ein ewiger Kreislauf unerwünschter Textproduktion.

Gelegentlich lohnt ein Blick auf die digitale Wurfpost, denn unfreiwillige Komik versteckt sich hinter manch einem Phishing-Versuch: Sei es durch einen eigenwillig-virtuosen Umgang mit Sprache, durch die verblüffend offene kriminelle Energie oder durch Variationsreichtum der immer gleichen Botschaft ("Gib mir deine Daten").

Social Engineering versammelt zehn Textfragmente sogenannter Phishing-Emails. Sie werden mittels Sprachsynthese gesprochen, gesungen und/oder in abstrakte Texturen verwandelt. Das Resultat ist eine 30-minütige Sprach- und Soundcollage, die sich der Hysterie des Phishings widmet.

Komposition und Realisation: der Autor
(Produktion: SWR 2022 - Premiere)

Klangkunst Jan Jelinek: Überwachung – in drei Episoden

In drei Episoden wird jeweils ein historisches Abhör-/Warnsystem vorgestellt: die antike Kalksteinhöhle der sizilianischen Stadt Syrakus, deren einzigartige Akustik ein tief in der Höhle geflüstertes Wort noch am Höhleneingang deutlich hörbar machte; der sogenannte "Nachtigallenboden" japanischer Tempelanlagen, bei dessen Betreten ein verräterisches Geräusch entstand; und die "Sound Mirrors" entlang der englischen Küste, die in den 1920er-Jahren der akustischen Ortung von Flugzeugen dienten. Jan Jelinek verwebt aktuelle Field-Recordings zu klangkompositorischen Collagen, zu akustischen Porträts von Ort und Publikum.

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Karl-Sczuka-Förderpreis 2012 Jan Jelinek: Kennen Sie Otahiti?

Eine Hörcollage aus historischem Archivmaterial des SWR.

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Jan Jelinek