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Eine akustische Reise durch die Klangwelten von Pachinko und Arcade- Gamingkultur mit Abstechern zum Nō-Theater, zur Shinto-Mythologie, Yakuza und zu KI-gestützter Sprachsynthese.

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Das Klischee des stillen, sich in Zen-Ästhetik disziplinierenden Japaners zeigt höchstens die halbe Wahrheit. Es gibt im japanischen Alltag mannigfaltige Zonen des Lärms, eine kindliche Freude an lauten Lebensäußerungen. Dazu gehören die Emissionen einer besonderen nationalen Leidenschaft: des Spielens.

Pachinko-Spielhalle in Kyoto (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - Nathalie Cuvelier)
Pachinko-Automaten in einer Spielhalle in Kyoto picture-alliance / dpa - Nathalie Cuvelier

Betritt man eine Pachinko-Halle, versinkt man sogleich im infernalischen Lärm. Aus allen Richtungen schallen Ansagen, Explosionen, Gefiepe, 8-Bit-Gedudel und penetrante Game-Musik. Kleine Stahlkugeln rattern durch Automaten. Dazu die Geräusche derer, die konzentriert auf Tasten einhacken und an Joysticks reißen.

Mit: Michaela Ehinger
Altsaxofon und Bassklarinette: Frank Gratkowski
Tsugaru-Shamisen: Josh Chuang
Gitarre: Julien Desprez
Modular-Synthesizer, Komposition und Realisation: Udo Moll
(Produktion: Deutschlandfunk Kultur/SWR 2020)

Der Musiker und Komponist Udo Moll (Foto: Fati Baghaturia)
Der Musiker und Komponist Udo Moll Fati Baghaturia

Udo Moll, geboren 1966 in Kirchheim unter Teck, ist Trompeter und Komponist. Seit 2016 arbeitet er verstärkt mit analogen Modularsynthesizern. 2014 Nominierung für den Deutschen Musikautorenpreis, 2016 Kompositionsstipendium der Villa Aurora (Pacific Palisades/USA).
Sein Hörstück "ENIAC Girls" (Dlf Kultur 2018) wurde auf dem Prix Marulić 2019 mit dem Special Achievement Award ausgezeichnet.

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