SWR2 Ohne Limit | Europäische Stimmen

Kein Haus aus Sand

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Mit eigenen Gedichten sowie Gedichten von Ilya Kaminsky in der Übersetzung aus dem Englischen von Anja Kampmann

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Das "European Archive of Voices"

Wie lässt es sich erzählen, dieses großes Gebilde Europa? Die Gruppe „Arbeit an Europa“ (www.arbeitaneuropa.com) hat das “European Archive of Voices” gegründet. Es umfasst über 50, in der jeweiligen Muttersprache gehaltene Interviews mit Persönlichkeiten aus fast allen Nationen und Regionen des Kontinents. Es sind Interviews mit Vertretern einer Generation, für die ein demokratisches, vereintes oder in Frieden lebendes Europa noch eine Utopie war, die vielfach Wirklichkeit wurde. Ihr zentrales Thema: Was war Europa, was ist es, was könnte es werden. Europa ist hier ein Erinnerungs- und Vorstellungsraum, der aus den verschiedensten Winkeln des Kontinents betrachtet wird.

Das SWR Hörspiel fragte 2021 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die am Archiv beteiligt waren, sich für ein künstlerisches Radioprojekt mit diesen Stimmen auseinanderzusetzen.  

Anja Kampmann

Die Lyrikerin und Romanautorin Anja Kampmann, geboren 1983 in Hamburg, begann mit der Arbeit; unter den Bedingungen des Ukraine-Krieges seit Ende Februar 2022 veränderte sich ihre Perspektive auf das Archiv. Aufhören oder Weiterarbeiten? Frühe Erinnerungen der Interviewten, ihre Schilderungen von Kriegsausbrüchen und Bombennächte warfen mit einem Mal ein Licht auf unsere Gegenwart. Kampmann verwebt diese Stimmen aus dem Archiv mit Gedichten des aus der Ukraine stammenden Dichters Ilya Kaminsky über eine fiktive Stadt im Kriegszustand, die sie im Winter vor dem Kriegseinbruch aus dem Englischen übersetzte, sowie mit eigenen Gedichten, die ihre früheren Reisen in die Ukraine spiegeln.  

Das Hörspiel

Das Hörspiel ist der Versuch einer poetischen Reflexion, eine Radioarbeit, die Genre und Gattungsunterschiede aufhebt. Im Hörspiel sind die Erzählebenen und Stimmen akustisch getrennt wahrzunehmen. Anderseits ist das Stück so angelegt, dass es Aufmerksamkeit einfordert: denn die Stimmen und Erzählebenen verlassen häufig ihre klare Zuordnung, überkreuzen sich, um in ein Gespräch miteinander einzutreten. Sie erschaffen dann ein in verschiedenen Ebenen überlagerndes Bild von Hoffnungen und Ängsten, Dokumentarischem und Fiktionalem, synchronen und diachronen Geschichten und Biografien, die mit dem 'Haus Europa' verbunden sind. Und von der Arbeit Zeugnis abgeben, sich ihm mit den Mitteln der Kunst zu nähern, an ihm weiterzubauen ...

Mit:
Ich-Erzählerin: Katja Bürkle
Overvoice männlich: Friedhelm Ptok
Overvoice weiblich: Barbara Nüsse

Stimmen im Originalton aus dem „European Archiv of Voices“ von:
Hanna Molden, Österreich
Jean-Claude Carrière, Frankreich
Mark Eyskens, Belgien
Ausma Kantāne-Ziedone, Lettland
Vigdis Finnbogadóttir, Island
Christian Meier, Deutschland
Oleh Panchuk, Ukraine
Nora Iuga, Rumänien
Talvi Märja, Estland
Jovan Divjak, Bosnien-Herzegowina
Vera Szekeres Varsa, Ungarn
Besik Kharanauli, Georgien
Karin Krog, Norwegen
Maks Velo,  Albanien
Michéal Ó Muicheartaigj, Irland
Stanislav Shushkevich, Weißrussland
Lidia Falcón, Spanien
Vasslis Vassilikos, Griechenland
Henryk Wujec, Polen
Ludmilla Ulitskaya , Russland
Irena Veisaitė, Litauen
Biancamaria Frabotta, Italien
Dragoslav Mihailović, Serbien
Bartholomeo Sorge, Italien

Einrichtung und Regie: Ulrich Lampen
Ton und Technik: Manfred Seiler und Philipp Stein
Produktion: SWR 2022 in Kooperation mit Arbeit an Europa e.V.
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Stephan Anpalagan ist Journalist, Strategieberater und Musiker. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Organisation „Demokratie in Arbeit“.  mehr...

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