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Der Karl-Sczuka-Preis 2020 geht an den französischen Klangkünstler Frédéric Acquaviva für sein Hörstück "ANTIPODES for voices and dead electronics".

Frédéric Acquaviva
ANTIPODES (2019)
for voices and dead electronics, 69'

mit den Stimmen von Joël Hubaut, Dorothy Iannone und Loré Lixenberg
Text: Joël Hubaut

Frédéric Acquaviva schreibt über sein Stück:

"Ich wollte schon lange eine groß angelegte Arbeit machen, die auf Arbeiten meines Freundes, des Dichters und Künstlers Joël Hubaut, basiert. Ich bat Joël, einige Worte zu performen, die auf Zeichnungen seiner Serie "Epidemik Diary" erscheinen. Die Aufnahmen fanden im Juli 2019 im Londoner Resident Studio statt. Die Titel von Joëls Bildtafeln werden von der amerikanischen Künstlerin Dorothy Iannone gesprochen, deren hypnotische Stimme ich einige Wochen zuvor in ihrem Berliner Studio aufnehmen konnte. Die Umsetzung der Partitur und Komposition von ANTIPODES fand im legendären EMS Studio in Stockholm statt und wurde im November 2019 in meinem eigenen Studio in London fertiggestellt. Das Stück basiert auf meiner zehn Jahre währenden Zusammenarbeit mit Loré Lixenberg, die mit meinem Projekt AATIE (2010-2011) begann. ANTIPODES nutzt das großartige Stimmspektrum der britischen Mezzosopranistin. Joël Hubaut kontrastiert ihre Parts mit seiner dunklen und kraftvollen Stimme.

Alle visuellen Arbeiten von Joël Hubaut befassen sich mit dem Begriff des Virus und dem Konzept der Epidemie. Die aktuelle Corona Krise war nicht ihr Anlass."

ANTIPODES besteht aus drei Teilen:

I. Hölle / II. Fegefeuer / III. Paradies

Jeder Teil ist wiederum in sechs Abschnitte unterteilt, analog zu den Zeichnungen, die den Ausgangspunkt des Werks bilden.

"Anfangs dachte ich daran, viel einfacher zu komponieren als üblich, nach dem Motto 'never repeat yourself'. Wenn es mir gelungen ist, etwas Neues zu schaffen, dann durch eine Komposition, die sowohl Einfachheit als auch Komplexität miteinander verbindet. Eine merkwürdige Komplexität, in der sich vermeintlich einfache Elemente wechselseitig verstärken und ANTIPODES zu einer Art Hölle einer göttlichen Komödie machen."

ANTIPODES existiert in unterschiedlichen Werkausgaben, wie häufig bei Acquaviva:

- als QR-Code Plattenhülle ohne Platte
- als Serigraph mit QR-Codes auf Leinwand (50x70cm)
- als Raumklangkonzert (Erstaufführungen: CMMAS, Mexico und Experimental Intermedia, New York)
- als radiophonic diffusion

Im April 2020 hatte ANTIPODES seine Premiere auf der Website studioconcreto.net. Das Stück lief als Loop über 24 Stunden.

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