Karl-Sczuka-Preis 2002

Förderpreiswerk

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Stefano Giannotti wird mit dem Karl-Sczuka-Preis 2002 ausgezeichnet. Förderpreis geht an Andreas Bick.

"Windscapes" - Der dritte Teil eines Triptychons zu natürlichen Musterbildungsprozessen.

Auszug aus der Werkbeschreibung von Andreas Bick:

Zuerst ist ein leises, feines Rieseln zu hören - Sand rinnt durch ein Stundenglas, fokussiert die Aufmerksamkeit des Hörers, Bilder entstehen vor dem inneren Auge: Wind kommt auf, klappernde Windgeräusche schaukeln sich auf und allmählich braust das ganze Spektrum erdenklicher Windklänge durch das Stundenglas, ehe der Sturm jäh abreißt und der Hörer sich in einer ausgetrockneten Salzpfanne inmitten einer Sandwüste wiederfindet, über die Windböen vereinzelte Sandkörner treiben.

Die Wüste als eine auf das Wesentlichste und Ursprünglichste reduzierte Landschaft, als ein Ort der Introspektion, des In-Sich-Hörens, ist der Ausgangspunkt von windscapes. Die Sandwüste in ihrer atemberaubenden Schönheit und Einfachheit stellt das Ideal einer durch den Wind geformten Landschaft dar. Das Dünenmeer und die äolischen Modulationen des Sandes erinnern an die leere Weite eines Ozeans, dessen stumme Sandwogen in einer grenzenlosen Vielfalt immer wieder aufs Neue vom Wind moduliert werden. Die fließenden Formen und Muster des Sandes scheinen sich ins Endlose fortzusetzen - wie die Zeit, zu deren Messung der Sand von Alters her diente.

Neben den realen Klanglandschaften liefern zwei Arten von Klanginstallationen das wesentliche Kompositionsmaterial für windscapes: Eine durch den Wind zum Klingen gebrachte 20 bis 30 Meter messende Langsaite sowie die Übersetzung von Sandrippelfotografien in rhythmische Sandgeräusche mit Hilfe von Körperschalllautsprechern. Die Langsaite bildet ein geschlossenes System, das allein durch das Zusammenspiel mit dem Wind tonale und rhythmische Effekte erzeugt und den makroskopischen Strukturen der Dünen zugeordnet ist. Die Sandgeräusche stellen die akustische Übersetzung der mikroskopischen Sandrippelstrukturen dar, deren rhythmisches Verhalten mit denen der Langsaite synchronisiert wurde.

Produktion: Deutschlandradio Berlin, Hörspiel Werkstatt

Redaktion: Götz Naleppa

Ursendung:7. Dezember 2001

Länge: 33 Minuten

Karl-Sczuka-Preis Hörspiel als Radiokunst

Der Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst 2022 geht an Jan Jelinek für sein Hörstück "Überwachung – in drei Episoden".

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SWR