Karl-Sczuka-Preis 1999

Das Preiswerk

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"Topophonia" ist ein Versuch, Medien kritisch zu reflektieren - und dies im Material der Medien selbst zu tun, also nicht mit diskursiven, sondern mit expressiven Mitteln. Ein internationales Spektrum von Kabelfernseh-Tönen, aber auch nichtmediale Stimmen und Alltagsgeräusche waren das Ausgangsmaterial.

Von Verwüstungen besonderer Art handelt die mit dem Karl-Sczuka-Preis 1999 ausgezeichnete Klangkomposition Nr. 19 "Topophonia" (SWR 1998), in der Bermange seine Darstellungsform der von Stille umgebenen "Klangfenster" wieder aufgreift. - Die Stille allerdings verheißt keine Ruhe: Es geht um das Verstummen der Kommunikation vor dem Einwegmedium Fernsehen: ein Medium, das - an der Masse seiner Zuschauer gemessen - fast ohne Antwort bleibt und den Alltag um so nachhaltiger durchdringt, je einsamer man sich ihm überläßt. Und es geht um menschliche Stimmen, die sich dagegen erheben, also auch um einsamen Widerstand gegen eine Überflutung der Gefühle, vor der es keine Wahl zu geben scheint. - Die Bewegung des Kanal-Zappings allerdings greift in die Abläufe ein.

Mit der Klangwelt des Kinos setzt Bermange sich dagegen in seiner gleichzeitig entstandenen Komposition Nr. 20 "Mirage Kino" (WDR 1998) auseinander, die mit dem Prix Ars Acustica ausgezeichnet wurde, der aus einem Produktionswettbewerb des WDR hervorgeht.

Karl-Sczuka-Preis Hörspiel als Radiokunst

Der Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst 2022 geht an Jan Jelinek für sein Hörstück "Überwachung – in drei Episoden".

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SWR