SWR2 Ohne Limit - Hörspiel

Hiobs Verstummen

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Das SWR-Hörspiel als Produzent von Medienkunst, die als Radiostück und Web-Installation konzipiert ist: Nach den für den SWR realisierten Projekten eingedenken.de (über den Fluchtweg Walter Benjamins) und kairos-net.org (über Orte und Himmel in Israel) steht in Christoph Korns hiobs-verstummen.de das Buch Hiob im Zentrum, wie es im jüdischen Tanach und im Alten Testament überliefert ist. 

Der Hiob-Text gilt – ähnlich wie das Hohe Lied Salomos – neben seinem religionsgeschichtlichen Kontext auch als ein bedeutendes literarisches Werk. Er erzählt, wie Gott Hiobs Treue und Gottvertrauen mit schwerem Leid immer wieder und immer härter prüft. Er straft ihn trotz seines rechtschaffenen Lebens. Hiobs Monologe stellen schließlich Gottes Gerechtigkeit in Frage. Angesichts der Unfassbarkeit des Unrechts verstummt Hiob. 

„Hiobs Stummwerden" konturiert in Gegenbewegung das (angesichts des Unrechts) Stummsein Gottes selbst; eine Gottesvorstellung, die uns in zeitgenössischen Entwürfen – etwa in Hans Jonas´ ‚Gottesbegriff nach Auschwitz‘ – begegnet. 

Im Hörspiel spricht Hiob eine Frau; der Vorgang des Verstummens wird über einen Prozess der De-Syntaktisierung wie De-Semantisierung des Monologtextes hörbar gemacht. Der Held Hiob behauptet so am Ende im Scheitern der Klage seine Autonomie, in einer lautpoetischen, wie musikalischen, jeglichen Sinns enthobenen Performance.“ 

Der 14-minütige Film "Hiobs Verschwinden"
(ab 13.11.2021, 12 Uhr abrufbar)

 

Produktionsfoto mit Caroline Junghanns und Christoph Korn (Foto: SWR, Patricia Neligan)
Christoph Korn (Autor, Regie) und Caroline Junghanns (Schauspielerin als Hiob): Beginn der Studioarbeit unter Masken und mit Abstand Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Caroline Junghanns macht sich mit dem Mikro vertraut Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Caroline Junghanns beginnt ihre Rolle einzuüben , erste Sprechprobe für die Technik Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Achtung Aufnahme: Caroline Junghanns in der Rolle des Hiob Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Für Passagen des Inneren Monologs sitzt Caroline Junghanns am Tisch, der Toningenieur Christian Eickhoff korrigiert nach einer Sprechprobe den Abstand zum Mikrofon Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Fertig? Es geht gleich los! Studiotechnik und Schauspielerin ready to record! Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Manche Passagen im verzweifelten Ton verlangen ein Sprechen im Sitzen Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Stop! Erneute Leseprobe und Arbeit an weiteren Textpassagen für Regie und Schauspielerin. Natürlich unter den Vorgaben Abstand und Masken Patricia Neligan Bild in Detailansicht öffnen
Der Medienkünstler Christoph Korn, Jahrgang 1965, wohnhaft in Düsseldorf Avraham Eilat Bild in Detailansicht öffnen

Hörstück von Christoph Korn
nach dem Buch Hiob
in der Übersetzung von Martin Luther
Mitarbeit (Libretto und Konzept): Claas Morgenroth
Mit: Caroline Junghanns als Hiob
Ton und Technik: Tanja Hiesch und Christian Eickhoff
Komposition und Regie: Christoph Korn
Redaktion und Dramaturgie: Manfred Hess
Produktion: Südwestrundfunk 2021, gefördert durch die Kunststiftung NRW und CityARTist 2020 - Ursendung

Webseite von Christoph Korn Eingedenken

Die letzte Etappe seiner Flucht vor den Nationalsozialisten führte Walter Benjamin über die Pyrenäen von Banyuls-sur-Mer bis hin zum spanischen Grenzort Portbou. Der Audio -und Medienkünstler Christoph Korn ist diesen Weg nocheinmal gegangen und eingedenkt jener Flucht in Text, Klang und Bild.  mehr...

Webseite von Christoph Korn Kairos

Christoph Korn besuchte 12 Orte in Israel und Palästina. Den Klang dieser Orte dokumentierte er in jeweils 10 minütigen Audioaufnahmen, die er kompositorisch zu Radiohörbildern erweiterte. Gleichzeitig filmte Christoph Korn mit einer Videokamera den Himmel über eben jedem dieser Orte.  mehr...

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