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Hörspiel von Helmut Oehring unter Verwendung seiner gleichnamigen Autobiografie

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Das Akronym Coda (Children of Deaf Adults) steht für hörende Kinder gehörloser Eltern. Für sie ist das Übersetzen alltägliche Praxis. Mühelos wechseln sie zwischen Laut- und Gebärdensprache.

Bei Helmut Oehring kam zu den zwei Sprachen früh eine dritte hinzu: die Musik. Sein Hörstück rekonstruiert die eigene Bildungsgeschichte nicht als "Biopic". Vielmehr nutzt es ausgewählte Texte der Autobiografie, die assoziativ Stationen seines Lebens und Schaffens sowie soziale, kulturelle und politische Prozesse anspielen. Der Aufnahmeprozess im Studio wird dabei selbst thematisiert und der Ausgangstext zum poetischen wie kompositorischen Materialmotiv.

Oehrings erste Radioarbeit bewegt sich entlang der Bruchstellen von Jam-Session, Textübermalung, Werkvariation, Originalton und Improvisation zwischen Trash und ausgefeilter Collage. Er überführt dabei alles in ein zeitgenössisches Spiel ums Hören, das überdies bewusst das Studio als "Kompositions- wie Realisierungsinstrument" bis in die ästhetische Konzeption und Gestalt mitdenkt.

Helmut Oehring (Foto: Pressestelle, GEMA / Sebastian Linder)
Pressestelle GEMA / Sebastian Linder

Helmut Oehring, geboren 1961 in Ost-Berlin, lebt in der Märkischen Schweiz. Als Kind gehörloser Eltern absolvierte er nach zehn Schulklassen eine Ausbildung zum Baufacharbeiter und arbeitete als Friedhofsgärtner, Forstarbeiter, Altenpfeger und Heizer, war in der DDR Kriegsdienstverweigerer. Als Autodidakt gelang ihm schließlich der Weg zum Profimusiker und mittlerweile international renommierten Komponisten zeitgenössischer Musik.

Mit: Helmut Oehring, Hagen Klennert u. a.
Klangregie und kompositorische Mitarbeit: Torsten Ottersberg
Mitarbeit, Text und Konzept: Stefanie Wördemann
Komposition und Realisation: Helmut Oehring
(Produktion: Helmut Oehring für den Südwestrundfunk 2015)

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