Hörspiel

Glaube, Liebe, Hoffnung

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AUTOR/IN
Ödön von Horvath

Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern

Dieses Hörspiel steht bis 7. Oktober 2023 zum Download bereit.

"Alle meine Stücke sind Tragödien... sie werden nur komisch, weil sie unheimlich sind"

Eine junge Frau wird in den Selbstmord getrieben, da „diese ewigen Schlachten, um den Alltag zu bewältigen, einen zu keinem Frieden kommen lassen, höchstens, dass mal ein Individuum für einige Monate die Illusion des Waffenstillstandes genießt". 

Elisabeth, jung, hoffnungsfroh und wild entschlossen, ihr Glück zu machen, kämpft mit allen Mitteln um ihr Glück. Wegen alter Schulden braucht sie Geld, um arbeiten zu können. Und sie braucht Arbeit, um Geld verdienen zu können. So meldet sich Elisabeth beim Anatomischen Institut, um dort ihren Leichnam schon zu Lebzeiten zu verkaufen. Als das nicht funktioniert, zeigt sich der Präparator des Instituts gerührt und leiht ihr das notwendige Geld. Kurz darauf erfährt er, dass Elisabeth das Geld zur Bezahlung ihrer Vorstrafe verwendet, die sie wegen Handelns ohne Gewerbeschein erhalten hat. Er zeigt sie wegen Betruges an und sie wird zu 14 Tagen Haft verurteilt.

Als sich später ein junger Polizist in Elisabeth verliebt, verschweigt sie ihm den Gefängnisaufenthalt. Sie soll seine Braut werden, bis eines Tages die Vergangenheit ans Licht kommt und der Polizist sich zwischen ihr und seiner Karriere entscheiden muss. Wieder allein, ohne Arbeit, ohne Geld, ohne einen Menschen, findet Elisabeth keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Sie geht ins Wasser, weil sie "nichts zu fressen hat". Alle sind mitschuldig an diesem Tod, da alle sich stets an Vorschriften und Vorurteile halten. 


Für das 1936 in Wien uraufgeführte Stück "Glaube, Liebe, Hoffnung", das im Titel mit der Uneinlösbarkeit christlicher Erlösungsversprechen spielt, nutzte Horvath als Stoff einem Tatsachenbericht, den der Gerichtsreporter Lukas Kristl im Juli 1929 in der Münchner Post veröffentlicht hatte.  Ein Klassiker  dere Kritik am “Klassismus” der Gesellschaft. 

Die Sprecherinnen und Sprecher und ihre Rollen

Kurt Haars (Ausrufer)
Marianne Simon (Frau des Ausrufers)
Agnes Fink (Elisabeth)
Robert Graf (Polizist)
Karl Bockx (Präparator)
Hans Helmut Dickow (Vizepräparator)
Franz Essel (Oberpräparator)
Kurt Norgall (Der Aufsichtsrat)
Mila Kopp (Frau Prantl)
Fritz Albrecht (Amtsgerichtsrat)
Käthe Lindenberg (Frau Amtsgerichtsrat)
Gabriele Reismüller (Maria)
Hans Mahnke (Oberinspektor)
Willi Reichmann (Joachim)
Sowie:
Lotte Betke
Harald Baender
Kurt Condé
Waldemar Dannenhaus
Sigurd Fitzek
Alf Tamin

Hörspielbearbeitung: Heinz Huber
Musik: Otto-Erich Schilling
Regie: Franz Peter Wirth
Produktion: SDR 1956

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AUTOR/IN
Ödön von Horvath