SWR2 Hörspiel am Sonntag

Dankbarkeiten

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Ein Kammerspiel über menschliche Würde und Empathie zwischen den Generationen:

Michka Seld, eine alte Dame von 84 Jahren, kann nicht mehr allein leben. Ihre Aphasie, der Verlust ihres Sprachvermögens, bereitet ihr lähmende Ängste. Marie, eine frühere Nachbarin, für die Michka wie eine Großmutter ist, bringt sie in einem Seniorenheim unter.

Dort bekommt Michka Hilfe von Jérôme, der mit ihr Sprachübungen macht.

Doch was Michka am meisten beschäftigt, ist die bisher vergebliche Suche nach einem Ehepaar, dem sie ihr Leben zu verdanken hat und dem sie ihre tiefe Dankbarkeit übermitteln möchte.

Ausgezeichnet als "Hörspiel des Monats Juli 2021" von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste

Aus der Begründung der Jury:

"'Sagen Sie ihr, dass ich sie nicht stöbern will.' Michka ist eine ältere Dame, die langsam ihre Sprache verliert. Der Verlust macht ihr Angst. Hedi Kriegeskotte, die berührende, großartige Sprecherin der Figur, schleust ihre Dysfunktionalitäten fast unmerklich ein. Es ist, als ob man gemeinsam eine neue Sprache lernen würde. Marie, Michkas frühere Nachbarin, ist für sie wie ihre Enkeltochter, die sie auf ihrem Weg begleitet. Als Michka nicht mehr alleine leben kann und ins Seniorenheim umzieht, trifft sie dort auf Jérôme, einen jungen Logopäden, der sich gerne und empathisch mit ihr auseinandersetzt und anfreundet. Er übt mit ihr und hilft ihr dabei, ein Ehepaar zu finden, das ihr in jungen Jahren das Leben gerettet hat. Den schleichenden Zerfallsprozess der Sprache in den Mittelpunkt eines Hörspieles zu stellen ist ein bestechend gutes Thema. Besonders, wenn er so subtil und schlicht dargestellt wird, dass man sich beim Zuhören manchmal fragt, ob man sich jetzt verhört hat oder kurz unaufmerksam war. 'Es hat sich in Muff aufgelöst' sagt Mischka. Beiläufig entwickeln sich neue Beziehungen zwischen den allesamt spannenden Figuren. Dabei jongliert Regisseurin Irene Schuck subtil und warm mit den Ängsten, Sehnsüchten, Limitationen und Ideen der Protagonisten. Feine musikalische Klänge und Strukturen kommen und gehen, ohne sich aufzudrängen. Dem Ende wohnt ein Anfang inne, der neugierig macht auf den weiteren Verlauf."

Jenny König (Marie)  Hedi Kriegeskotte (Michka)  Nico Holonics (Jérôme) (Foto: SWR, d:light | Christian Koch)
Jenny König (Marie) / Hedi Kriegeskotte (Michka) / Nico Holonics (Jérôme) d:light | Christian Koch Bild in Detailansicht öffnen
Hedi Kriegeskotte (Michka) d:light | Christian Koch Bild in Detailansicht öffnen
Nico Holonics (Jérôme) d:light | Christian Koch Bild in Detailansicht öffnen
Jenny König (Marie) d:light | Christian Koch Bild in Detailansicht öffnen
Irene Schuck (Regie) / Hedi Kriegeskotte (Michka) d:light | Christian Koch Bild in Detailansicht öffnen

Delphine de Vigan, geboren 1966 in Paris, wo sie noch heute mit ihren Kindern lebt, erreichte ihren endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin mit dem Roman “No & ich” (2007), für den sie mit dem Prix des Libraires und dem Prix Rotary International 2008 ausgezeichnet wurde. Ihr Roman “Nach einer wahren Geschichte” stand wochenlang auf der Bestsellerliste in Frankreich und erhielt 2015 den Prix Renaudot. Vor “Dankbarkeiten”, ihrem jüngsten Roman, erschien ihr Buch "Loyalitäten" . 

Aus dem Französischen von Doris Heinemann
Mit: Jenny König, Hedi Kriegeskotte, Nico Holonics, Nadine Kettler und Lisa Wildmann
Hörspielbearbeitung und Regie: Irene Schuck 
Produktion: SWR 2021 - Ursendung

Gespräch Delphine de Vigan - Dankbarkeiten

Die Geschichte vom allmählichen Erlöschen einer Person. Der neue Roman der französischen Erfolgsautorin Delphine de Vigan ist recht rührselig geraten.
Aus dem Französischen von Doris Heinemann
DuMont Buchverlag
ISBN 978-3-8321-8112-3
176 Seiten
20 Euro  mehr...

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