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Das Hörstück ist Komposition und Dokument zugleich – Pendereckis Partitur liefert den kompositorischen Rahmen für Klänge aus Hiroshimas Gedenkstätte.

Auch fast fünfundsiebzig Jahre nach dem Abwurf der ersten Atombomben am 6. und 9. August 1945 ist die einstige Katastrophe in Hiroshima allgegenwärtig.

Der von Kenzo Tange 1954 entworfene "Hiroshima Peace Memorial Park" und das gleichnamige Museum werden sogar als Hauptattraktion auf der lokalen Tourismus-Webseite angepriesen. Der Park ist Opfergedenkstätte und zugleich ambitioniertes Mahnmal, welches die weltweite nukleare Abrüstung anmahnt.

Klangliche Kartographie des Hiroshima Friedensparks

Über mehrere Tage hat Jan Jelinek versucht, den Park klanglich zu kartographieren. Dabei ist eine durch und durch subjektivistische Kartographie entstanden: Tagebuchgleich beinhalten die Aufnahmen persönliche Eindrücke, Beobachtungen und Befindlichkeiten.

Krzysztof Pendereckis Komposition "Threnos – Den Opfern von Hiroshima"

Deren dramaturgische Umsetzung erfolgt mit Hilfe von Krzysztof Pendereckis berühmter Komposition "Threnos – Den Opfern von Hiroshima". Das 1960 komponierte Werk für Streichorchester galt in vielerlei Hinsicht als bahnbrechend: Mit Timbre, Tonalität sowie Notationslayout entfernte sich Penderecki von der traditionellen Praxis.

Was passiert, wenn die für 52 Streichinstrumente verfasste Komposition nicht von Streichinstrumenten, sondern von 52 Audioaufnahmen aus dem "Hiroshima Peace Memorial Park" gespielt wird?

Umsetzung mit Feldaufnahmen aus dem Friedenspark

In "Beweisstücke für das Bombardement" wird Pendereckis Partitur von Jelinek in eine für Audiosoftware lesbare Notation konvertiert. Die digitalisierte Partitur wird von Audioloops interpretiert, allesamt aus dem Fundus der Feldaufnahmen.

Komposition und Realisation: Jan Jelinek
(Produktion: Südwestrundfunk 2015)

ars acustica Vom Rohen und Gekochten

Jan Jelinek hält materielle Transformationsprozesse klanglich fest und beobachtet akustisch das Künstlerpaar Thomas und Renée Rapedius und den Fotografen Peter Granser.  mehr...

SWR2 ars acustica SWR2

Hörspiel Jan Jelinek: Das Scheitern der bemannten Raumfahrt - wie reagiert der Mensch auf Isolation

Am 26. September 1991 war es soweit. Ein letztes Mal atmete ein Team von vier Frauen und vier Männern die Luft der Erdatmosphäre. Dann zog es sich für die folgenden zwei Jahre in einen von der Außenwelt isolierten Gebäudekomplex in Tucson, Arizona, zurück. Biosphere 2, so der Name des 1,3 Hektar großen Kuppelbaus, wurde als eigenständiges, geschlossenes Ökosystem konzipiert, das lediglich Sonnenlicht und Strom von der Außenwelt beziehen sollte. Als das ursprüngliche Konzept von Biosphere 2 aufgrund technischer Mängel aufgegeben und Sauerstoff zum Überleben der Insassen hineingepumpt werden musste, konnte die Schadenfreude kaum größer sein. Das einst noch so positive Image schwand, die Forschungsergebnisse wurden als pseudowissenschaftlich belächelt. Vor allem aus soziologischer Perspektive war die Mission ein Debakel: Das Team spaltete sich während des Aufenthalts in zwei rivalisierende Lager. Warum kam es zum Bruch des Teams? Weshalb versagte die zwischenmenschliche Kommunikation? Das Scheitern der bemannten Raumfahrt versucht diese Fragen anhand von psychologischen Studien und Aussagen der Insassen nachzugehen.  mehr...

Karl-Sczuka-Förderpreiswerk 2012 Jan Jelinek: Kennen Sie Otahiti?

Eine Hörcollage aus historischem Archivmaterial des SWR.  mehr...

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