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Die SWR-Koproduktion von wittmann/zeitbloom wird mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden 2020 ausgezeichnet. Zuvor wurde sie bereits zum Hörspiel des Monats Juni 2019 gewählt. Aus diesem Anlass steht das Hörspiel bis zum 08.07.2020 erneut zum Download bereit.

Nominiert war 2020 noch ein weiteres Hörspiel des SWR: „Das Ende von Iflingen“ von Wolfram Lotz.

Die Jurybegründung:

„In besonders geglückten Momenten überschreitet das Hörspiel die Grenzen von Körper, Raum und Zeit. Dann zieht es sein Publikum mithilfe von Musik, Geräuschen, von zwingenden Rhythmen und den Timbres der Schauspieler*innen-Stimmen tief in einen unendlichen Erfahrungsraum. […] Lange bevor die Coronakrise solche Ermüdungserscheinungen durch Rezeptionspsychologen erläutern ließ, haben wittmann/zeitblom mit ihrer künstlerischen Forschung zur Bauhaus-Bewegung einen lebendigen Radionerv getroffen. Basierend auf gründlichen Recherchen erzählen sie frei von verklärender Nostalgie den komplexen kulturellen Gründungsmythos der Moderne mit den tiefenwirksamen Mitteln des Hörspiels. […] Mit Humor und ohne in einer allwissenden Belehrungsperspektive zu erstarren, machen die Künstler konsequent erlebbar, wie viel der hochfliegenden Bauhauskonzeption im Heute zu finden ist. Audio. Space. Machine.“ ist also kein historisches Stück. Es ist brandaktuell: Indem sie den vergangenen Stoff in unsere Zeit fortschreiben, geben Wittmann / Zeitblom uns ein Werkzeug an die Hand, mit dem wir, im Rückblick auf Geschehenes, unsere Zukunftsmöglichkeiten durchdenken können.“

BAUHAUS – Die bekannte Handelsketten-AG für Heimwerker? Nun, sie würde es ohne das „Staatliche Bauhaus“ der Weimarer Republik nicht geben.

1919 von dem Architekten Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet, strebte es konzeptionell neu eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk an, die Auflösung der Grenzen absoluter und angewandter Kunst im Zeichen einer demokratischen Gesellschaftsordnung, in der die „Masse Mensch“ Subjekt werden sollte. Dieses historische Bauhaus gilt heute weltweit als die einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der bildenden Kunst und des Designs im 20. Jahrhundert. Bis die Nazis es 1933 schlossen. Die Resonanz der Ideen des Bauhauses hält bis heute an. Von der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste als Hörspiel des Monats Januar 2019 ausgezeichnet.

2019: 100 Jahre Bauhaus. Angenommen, der ehemalige Direktor Walter Gropius bräuchte eine Festrede. Er träfe Moholy-Nagy, Mies van der Rohe, Paul Klee und andere Weimarer Kollegen auf der Suche nach Inspiration. Doch die Realisierung der Moderne hat nicht nur die Bauhaus-Ideen verändert. Selbst seine Künstlerfreunde sind nicht mehr aus Fleisch und Blut, sondern in der Maschinerie aufgegangen.

In 17 Tracks beleuchtet dieses musikalische Hörspiel auf der Grundlage von Archivmaterial aus dem historischen Bauhaus die letzten 100 Jahre der Geschichte seiner Ideen, beleuchtet das Verhältnis von Mensch und Maschine, Demokratie und vorgeblich „individuell künstlerischer“ Massenproduktion, blickt zurück auf das idealistisch-utopische Denken dieser Kunstbewegung, auf ihre Mythen und Manien.

Dafür wird ein mechanistisches wie digitales Klanguniversum geschaffen, das assoziativ Texte von Künstlern des Weimarer Bauhauses (Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky u. a.) mit denen der Nachkriegsavantgarde wie John Cage und zeitgenössischen KI-Experten wie Martin Rees mit suggestiven Sounds collagiert.

wittmann/zeitblom: Hinter dem Duo verbergen sich der Bassist, Musik- und Performancekünstler Georg Sebastian Falk-Huber und der Schauspieler, Regisseur und Autor Christian Wittmann. Die gebürtigen Bayern leben in Berlin und realisieren immer wieder Hörspiele, zuletzt „@WONDERWORLD“ (Dlf/SWR 2018).

Mit: Alice Dwyer, Elias Falk, Paul Herwig, Leslie Malton, Lars Rudolph, Maria Goja und Gemma Ray (Gesang) u. a.
Komposition: zeitblom
Regie: wittmann/zeitblom
(Produktion: Dlf/SWR/NDR 2019)

Gespräch Hörspielpreis für SWR-Koproduktion: „AUDIO.SPACE.MACHINE" von wittmann/zeitblom

„Nur ein Teil von diesem Hörspiel ist wie ein Hörspiel, der andere Teil ist wie ein Klanglabor“ - das sagen die Autoren Christian Wittmann und Georg Falk Huber, aka zeitblom, im Doppelinterview. Mit ihrem Hörspiel „AUDIO.SPACE.MACHINE“, gedacht als „Konzeptalbum“ zum Bauhaus haben sie den renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden gewonnen. Hier erklären beide, wie sie ihre Klangraummaschine geschaffen haben.  mehr...

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Hörspiel Das Ende von Iflingen

Mit flammendem Schwert und loderndem Arbeitseifer steht Erzengel Michael am Rande des Dorfes Iflingen, bereit, dessen Einwohner „zu Asche zu schlachten“, als Engel Ludwig angeflattert kommt, ohne Schwert, mit Posaune. Noch schlimmer ist, dass Ludwig keine Ahnung vom „Auftrag“ hat, sondern auch noch Zweifel anmeldet - an Gottes Plan!  mehr...

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