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„Geborgenheit ist ein rein deutsches Wort. Ein ‚German Angst‘-mäßiges Seelen-Sicherheitsgefühl mit wärmlichen Farbkonzepten.“ – Es gibt nichts Schöneres als den Mittagsschlaf, besonders zu zweit, in einer neu gestylten, fast fertigen Wohnung. Doch wenn die Augen zufallen, wird es tagtraum-gefährlich.

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Die Wohnung mutiert zum Wohnalbtraum: Wurfkissen, Fluff-Deko, Feng Shui, scheußlich gelbe Glühbirnen, ein Bett, das unter den Schläfern verrutscht, und die vernichtende Peinlichkeit der menschlichen Existenz.

Da muss man sich zanken und elektronenmikroskopische Aufnahmen von Hausstaubmilben googeln. Und dauernd raunen die Geister, ASMR-Geräusche, die zum Besuch angekündigte Mutti, der ewig singende Freddy Mercury ...

Eine Überforderungsrhapsodie, ein Stück mit Unwuchten wie eine Acht im Fahrrad.

Christine Wunnicke, geboren 1966, lebt in München. Sie schreibt Hörspiele, Rundfunkfeatures, biografische Literatur und Romane. 2002 erhielt sie für ihre Biografie des Kastratensängers Filippo Balatri, Die Nachtigall des Zaren, den Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur. Für den Roman Serenity bekam sie 2008 den Tukan-Preis, für Der Fuchs und Dr. Shimamura 2016 den Franz-Hessel-Preis. 2020 wurde sie mit dem Literaturpreis der Stadt München für ihr herausragendes literarisches Gesamtwerk ausgezeichnet. Zuletzt erschien der Roman Die Dame mit der bemalten Hand (Berenberg Verlag 2020).

Mitwirkende:
Stimmen Sebastian Blomberg, Aljoscha Stadelmann, Ursula Cantieni, Joachim Bliese, Matthias Leja, Sandra Pasic
Regie Ulrich Lampen
Dramaturgie Holger Rink
Produktion Radio Bremen 2020
Länge 51‘07‘‘

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