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Die Hörer haben gewählt: „Hyperbolische Körper“ von Andrea Geißler gewinnt den Publikumspreis der ARD Hörspieltage 2020.

Sofia Kowalewskaya und Maryam Mirzakhani waren die größten Mathematikerinnen ihrer Zeit: Sofia (geb. 1850 in Moskau) wurde die weltweit erste Professorin für Mathematik in Stockholm; Maryam (geb. 1977 in Teheran) war Professorin in Stanford und wurde als erste Frau mit der Fields-Medaille ausgezeichnet.

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Liegen auch die Forschungsgebiete der beiden Mathematikerinnen weit auseinander – Kowalewskaya beschäftigte sich u. a. mit Bewegungsgleichungen des nach ihr benannten Kowalewskaya-Kreisel, während Mirzakhani herausragende Beiträge in der hyperbolischen Geometrie leistete –, finden sich in ihren Biografien erstaunlich viele Parallelen:

Beide drangen in die geschlossene Männerwelt der Mathematik ein, beide heirateten ebenfalls erfolgreiche Forscherpersönlichkeiten, beide wurden bald Mutter einer Tochter – und beide starben mit knapp 40 Jahren.

Die Autorin Andrea Geißler hat diese beiden Frauenpersönlichkeiten nun miteinander ins Gespräch treten und sie gemeinsam eine gesellschaftliche Utopie entwickeln lassen.

Ulrike Haage, die Regisseurin und Komponistin des Hörspiels, dazu: „Der Kowalewskaya-Kreisel ist ein mathematisches Konstrukt. Er dreht sich über drei Achsen, ihre Berechnungen sind Fragmente einer Bewegung – zeitlich begrenzte Ausschnitte tanzender Zufälle. Um den Klang eines solchen Kreisels nun hörbar zu machen, baute Philipp Fiedler ein Dreifachpendel, dessen zufällige Rotationsbewegungen die Bewegung eines starren Körpers um einen festen Punkt nachzeichnen.“

Andrea Geißler, geboren 1986, studierte Jüdische Studien und Islamwissenschaft in Heidelberg und Jerusalem, anschließend Dramaturgie in Frankfurt am Main. Sie schreibt und inszeniert Stücke in verschiedenen Kollaborationen, zuletzt RUTHNOTRUTHNORUTHNOTRUTH an den Landungsbrücken in Frankfurt am Main. Derzeit promoviert sie über Affinitäten zwischen dem europäischen Harlekin und der arabischen Halqa-Praxis. Hyperbolische Körper ist ihr Hörspieldebüt.

Ulrike Haage, geboren 1957 in Kassel, bewegt sich an den Schnittstellen von Jazz, Avantgarde, klassischer Musik und Literatur. Neben ihrer Arbeit als Komponistin, Autorin und Regisseurin von preisgekrönten Hörspielen schreibt sie Filmmusik (Grüße aus Fukushima, Berlin 1945_Tagebuch einer Großstadt) und ist als Solopianistin tätig. Ihre letzten Hörspielarbeiten sind True Stories (BR 2019), A Funeral March for the First Cosmonaut (Dlf Kultur 2019), Sprache, mein Stern. Hölderlin hören (rbb/Dlf Kultur 2020).

Mitwirkende:
Stimmen Valery Tscheplanowa, Jasmin Tabatabai
Regie, Komposition und Gesamtrealisation Ulrike Haage
Kreiselkonstruktion Philipp Fiedler
Dramaturgie Leonhard Koppelmann
Produktion hr 2020
Länge 45‘38‘‘

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