Deutscher Hörspielpreis der ARD

Özlem Özgül Dündar: türken, feuer

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Ein Brandsatz. Fünf Menschen sterben in einem brennenden Haus. Das ganze Land spricht davon. Ist so was zu fassen?

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Am 29. Mai 1993 kommen in Solingen fünf Menschen(*) türkischer Abstammung bei einem Brandanschlag ums Leben. Eine von ihnen ist Gürsün İnce, die sich für ihre dreijährige Tochter opfert, als sie mit ihr aus dem Fenster springt. Das Hörspiel gibt ihr eine Stimme. Ihr und weiteren Frauen: der Mutter eines mutmaßlichen Täters, einer zweiten Toten und einer Überlebenden.

Sie alle kreisen in Gedanken um die Katastrophe und das Leben mit dem Schmerz: den Fenstersprung, die Angst vor dem Feuer und das Schweigen, bis die Polizei eintrifft. Die Frauen bleiben in ihrem Erleben gefangen und suchen trotzdem nach Austausch, Begegnung und der Möglichkeit eines Gesprächs.

Geschehnisse von 1993, schonungslos, bildgewaltig und hochemotional.

* Gürsün İnce (27), Hatice Genç (18), Gülüstan Öztürk (12), Hülya Genç(11) und Saime Genç (4)

Özlem Özgül Dündar, geboren 1983 in Solingen, lebt in Leipzig und Solingen, studierte Literatur und Philosophie in Wuppertal und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie performt mit ihren Kollektiven Ministerium für Mitgefühl, Kanak Attak Leipzig und kollektiv flexen und arbeitet als Übersetzerin. 2018 erhielt sie den Kelag-Preis in Klagenfurt und das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium.

Mitwirkende:
Stimmen Lilay Huser, Marina Galic, Kathleen Morgeneyer, Johanna Gastdorf, Ansgar Sauren, Francesco Schramm, Tula Rilinger
Regie Claudia Johanna Leist
Musik Schneider TM
Dramaturgie Gerrit Booms
Produktion WDR 2020
Länge 53‘28‘‘

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