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Begonnen hat es mit einer Stimme, aufgenommen mit dem Handy. Nun sind da ganz viele Stimmen, und gemeinsam singen sie Lieder der Versammlung. Ein auditives Zeitdokument über die Kunst in Zeiten der Isolation – und eine Einladung zum einander (zu)hören.

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Im Frühjahr dieses Jahres breitete sich Ratlosigkeit aus und das Gefühl einer echten Ungewissheit, die sich von sonst empfundenen Unsicherheiten radikal unterschied: Wer macht wann wieder wo Kunst? Wer allein ist und schreibt und zeichnet? Wer zusammen ist in einem Raum und spricht und spielt? Wer sich bewegt und andere berührt? Wie schnell vergisst eine Gesellschaft? Diese Fragen werden untereinander diskutiert und führen zur Ermüdung, denn es gibt gerade viel Wichtigeres. Aber was tun wir jetzt? Die Sehnsucht nach Gemeinsamkeit ist größer denn je.

Von dieser Zeit zu erzählen, ohne nur von dieser Zeit zu erzählen. Das haben wir uns vorgenommen. Zusammen sein, zusammen handeln, das tun auch die, die allein sind und an die anderen denken. AutorInnen schreiben Hörspieltexte, die aus der schreibenden Einsamkeit heraus einen Raum für eine Gemeinschaft aufmachen. Erzählen als Solidarität: Wir funken Geschichten raus aus der Quarantäne und denken aneinander und denken miteinander nach. Wie können wir uns versammeln, wenn wir uns nicht versammeln können? Vielleicht beim Zuhören, das ja ohnehin am Anfang steht, wenn man darüber nachdenkt, was es heißt, füreinander da zu sein. Innerhalb eines Monats entstand dieses Stück als Reaktion auf den Lockdown Mitte März. Es wurde komplett im Home-Office aufgenommen.

Henri Hüster, geboren 1989 in Berlin, Regisseur für Theater und Hörspiel. Stipendiat der Claussen-Simon-Stiftung und Teilnehmer am Internationalen Forum des Berliner Theatertreffens 2017. Theaterinszenierungen u. a. Bilder von uns von Thomas Melle (Wuppertaler Bühnen), Das Schloss an der Loire von Roman Sikora (Staatstheater Nürnberg). Hörspielregie u. a. Ante oder der Thunfisch von Joël László (BR 2019) und Final Girls von Gerhild Steinbuch (BR 2018).

Mitwirkende:
Stimmen Leonie Benesch, Susanne Bredehöft, Bastian Dulisch, Anna Eger, Till Firit, Lukas Gander, Jens Harzer, Mareike Hein, Katharina Hofmann, Sebastian Hufschmidt, Maren Kames, Julia Kandzora, Mateja Meded, Marie Popall, Sylvana Seddig, Gabriel Schneider, Julia Franz Richter, Maria Schrader, Lilith Stangenberg, Ingo Tomi, Mervan Ürkmez, Lena Vogt, Jenny Weichert, Genet Zegay
Regie Henri Hüster
Komposition Max Andrzejewski, Florentin Berger-Monit, Johannes Wernicke, Sophia Kennedy, Andreas Spechtl
Leitung virtueller Chor Lisa Pottstock
Inszenierung von Eure Paläste sind leer Thomas Köck, Andreas Spechtl
Dramaturgie Christine Grimm
Produktion Dlf Kultur 2020
Länge 68‘22‘‘

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