Deutscher Hörspielpreis der ARD – Nominiert

Gwendoline Soublin: Pig Boy 1986 - 2358. Replay der Menschwerdung – "Du bist was du isst?"

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AUTOR/IN
Gwendoline Soublin

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Ein Junge träumt davon, ein Cowboy zu sein, anstatt den väterlichen Mastbetrieb zu erben – und doch schliddert er geradewegs in die Zeit der repressiven Tierhaltungsmethoden und unmenschlichen Arbeitsbedingungen.

Jahrzehnte später führt das Schwein «Pig Boy», Nachfahre aus der Zucht dieses Jungen, ein luxuriöses Jetset-Leben. Als Werbebotschafter ist er ein Star auf allen Social-Media-Kanälen. Doch der Ruhm wird dem Tier zum Verhängnis: In einer interaktiven, virtuellen Gerichtsshow wird es wegen «Verletzung der Artenrechte» angeklagt.

In der dritten Episode träumt eine Sau, die menschliche Embryonen austragen muss, von der Freiheit, die sie auf der anderen Seite der Tür erwarten würde – das Exit-Schild steht für sie für den Neuanfang.

Zwischen Science-Fiction, Kunstsprache und konkreter Gegenwart angesiedelt, findet Gwendoline Soublin aufrüttelnde Bilder für die zentrale Frage, wie frei der Mensch wirklich ist und wieso sich diese «Freiheit» gerade im Umgang mit anderen Lebewesen spiegelt.

Eine lobende Erwähnung der Preis-Jury für „Pig Boy“

"Im Schweinsgalopp rast das Stück in drei auditiv aufregenden und unterschiedlichen Teilen vom Verhältnis zwischen Mensch und Tier bis hin zur Medienkritik. Großartige Sprecher:innen wie Cathlen Gawlich als Chimäre aus Sau und Frau sowie rasante inszenatorische Ideen machen „Pig Boy“ zu einem der kühnsten Stücke der diesjährigen Auswahl."

Die Autorin Gwendoline Soublin (Foto: Raoul Gilibert)
Gwendoline Soublin Raoul Gilibert

Gwendoline Soublin, geboren 1987, ist Autorin und Schauspielerin. Erste Entwürfe zu «Pig Boy 1986-2358» entstanden im Rahmen einer Residenz am Theater Sala Beckett in Barcelona 2016. 2017 wurde Soublin für das Stück bei den Autorentheatertagen in Lyon ausgezeichnet, 2018 erschien es bei Éditions Espaces 34. 2017/18 war Soublin Hausautorin am Theater Am Stram Gram in Genf. In dieser Zeit entstand das Stück «Und alles». Sie war außerdem Hausautorin am Theater La Chartreuse (Centre national des éctritures du spectacle) und nahm dort am Schreibprogramm TOTEM(s) Académie teil.

Übersetzung: Lydia Dimitrow, Andreas Jandl, Corinna Popp
Mit: Hanna Eichel, Cathérine Seifert, Maximilian Scheidt, Adam Bousdoukos, Matti Krause, Anne Moll, Cathlen Gawlich, Samuel Weiss, Katja Brügger, Angelika Richter, Mai Linh Dang, Julian Greis u.v.a
Komposition: Johannes Hofmann
Regie: Susanne Janson
Produktion: NDR und SRF 2021

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