Deutscher Hörspielpreis der ARD – Nominiert

Gerhild Steinbuch: Wolfwelt – Hörspiel über nationalistische Gewalt

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Gerhild Steinbuch

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„Wolfwelt“ handelt vom Verschwinden: dem Verschwindenlassen von Geschichte und Verantwortung und dem Verschwindenwollen jener, die sich ausnahmsweise ans Tätersein erinnern. Wölfe ziehen durch eine Welt im Ausnahmezustand, und es ist nicht sicher, ob der Wolf einer ist, der in den Straßen mordet, einer, der mit Prinzenfrisur roh-bürgerliche Reden schwingt, oder einer, der sich in seinen Körper einpanzert, weil er die Angstwelt nicht mehr erträgt.

Vielleicht sind die eigentlichen Wölfe ja auch jene, die sich einheimeln im Flausch und das Erinnern leid sind: Akteure des Gedächtnistheaters, die Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende von 1985 ein bisschen zu wörtlich nehmen und aus dem Glauben an die eigene Befreiung von Täterschaft und Schuld den unbedingten Glauben an die sogenannte Leitkultur ableiten. Mit viel Fantasie, Poesie und scharfem Realitätssinn begegnet Gerhild Steinbuch in einem akustischen Albtraum Formen und Sprache von neuer und gestriger Gewalt in unserer Gesellschaft.

Gerhild Steinbuch (Foto: Clara Wildberger)
Gerhild Steinbuch Clara Wildberger

Gerhild Steinbuch, geboren 1983 in Mödling (Österreich), Studium Szenisches Schreiben im DRAMA FORUM Graz und Master Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Seit 2019 ist sie Professorin am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien, seit Herbst 2021 Institutsvorständin. Sie schreibt Texte für Sprech- und Musiktheater, Hörspiele, Prosa, Essays, arbeitet als freie Dramaturgin sowie als Übersetzerin aus dem Englischen (zuletzt: Die Troerinnen, 2022, Burgtheater Wien; Beyond Caring, 2022, Schaubühne Berlin). Ihre Texte werden vom Rowohlt Theater Verlag vertreten. Gewinnerin u.a. des Stückewettbewerbs der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, International Residency am Royal Court Theatre London, Teilnahme am Bachmannpreis, Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa am Literarischen Colloquium Berlin, im Autor*innenlabor am Schauspiel Frankfurt, Hansmann-Poethen Stipendium, manuskriptePreis, zuletzt Stipendiatin des Berliner Ensembles 2021 / 2022. Gerhild Steinbuch war Gründungsmitglied von HYDRA (ehem. Nazis & Goldmund), einer Autor*inneninitiative gegen die europäische Rechte, für die sie u.a. Veranstaltungsreihen an der Volksbühne Berlin, brut Wien und Burgtheater Wien co-kuratierte. Sie ist Initiatorin der VIELEN in Österreich.

Mitwirkende: Sylvana Seddig, Wolfgang Michael, Ingo Tomi, Ilse Ritter, Barbara Philipp, Mateja Meded, Paul Zichner, Klaus Theweleit
Komposition: Bernhard Fleischmann
Regie: Henri Hüster
Produktion: Dlf Kultur 2021

Karlsruhe

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Das größte deutschsprachige Publikumsfestival für Hörspiel und Klangkunst findet in diesem Jahr am 11. bis 13. November im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien statt. Im Mittelpunkt steht der Wettbewerb um den Deutschen Hörspielpreis der ARD. Zwölf herausragende Produktionen aus der ARD, dem Deutschlandradio sowie SRF und ORF konkurrieren um die renommierte Auszeichnung.

ARD Hörspieltage 2022 Die Hörspiele um den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2022

Zwölf Hörspiele der ARD, des Deutschlandradios sowie von ORF und SRF konkurrieren bei den ARD Hörspieltagen um den „Deutschen Hörspielpreis der ARD“. Über die Vergabe entscheidet eine fünfköpfige Jury unter der Leitung der Vorsitzenden Jenni Zylka.

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