Banner der ARD Hörspieltage (Foto: SWR)

Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2021

Magda Woitzuck: Xerxes und die Stimmen aus der Finsternis – Eine Abrechnung mit dem abendländischen Patriarchat

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In „Xerxes und die Stimmen aus der Finsternis“ rechnet Magda Woitzuck auf unterhaltsame Weise mit den vermeintlichen Errungenschaften und wunderlichen Auswüchsen des christlichen Patriarchats ab.

Magda Woitzuck, vielfach ausgezeichnete österreichische Hörspielautorin, hat mit „Xerxes und die Stimmen aus der Finsternis“ eine informativ-unterhaltsame Geschichte des Abendlands und des Patriarchats geschrieben, das von sechs Schauspieler/innen in insgesamt 50 Rollen erzählt wird.

„Das Stück entstand durch Zufall: Eine Freundin von mir ist Mezzosopranistin und vor vielen Jahren sprachen wir über Händels ‚Xerxes‘ und die seltsame Aufführungspraxis jener Zeit, keine Frauen auf der Bühne zu dulden. Für mich wurden Kastratentenöre ein großartiges Beispiel dafür, warum Feminismus für alle Menschen wichtig ist: Wenn Frauen singen dürfen, muss man nämlich keine Buben entmannen.“  

Als unbekümmert forschende Archäologin führt uns Alina Fritsch in Woitzucks Hörspiel in das Jahr 519 vor Christi Geburt. Sie berichtet vom Leben des achämenidischen Königs und Pharaos und mit archäologischem Blick von anderen ihr wichtigen Ereignissen - von Jesu Kreuzigung und vom apokalyptischen Pestausbruch im Jahre 1347, von der Entdeckung Amerikas, der Verbannung der Frauen aus Kirchenchören und der Komposition von Händels „Xerxes“.

Die Sopran-Arie „Ombra mai fu“ aus dieser Oper wird Anfang des 20. Jahrhunderts Radiogeschichte schreiben, denn sie ist die Musik „aus der Finsternis“, die Matrosen auf hoher See - als erste Radiohörer der Geschichte - am 24. Dezember 1906 empfangen werden… 

Magda Woitzuck, geboren 1983 in Wien, schreibt Hörspiele und Prosa. Zuletzt erschien das Hörspiel „Über allem war Licht“ (SWR/SRF 2021), eine Bearbeitung ihres gleichnamigen Romans. Für das Hörspiel „Die Schuhe der Braut“ wurde sie mit dem Deutschen Hörspielpreis der ARD 2018 ausgezeichnet.

Komponist: Peter Kaizar
Produktionsleitung ORF: Stefanie Zussner
Dramaturgie / Redaktion HR: Leo Koppelmann
Regie: Peter Kaizar
Produktion: HR/ORF 2021

Karlsruhe

ARD Hörspieltage

Das größte deutschsprachige Publikumsfestival für Hörspiel und Klangkunst findet in diesem Jahr am 12. und 13. November im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien statt. Im Mittelpunkt steht der Wettbewerb um den Deutschen Hörspielpreis der ARD. Zwölf herausragende Produktionen aus der ARD, dem Deutschlandradio sowie SRF und ORF konkurrieren um die renommierte Auszeichnung.  mehr...

weitere Hörspiele aus dem Wettbewerb

Nominiert für den Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021 mehrere Autoren: Briefe aus der Hölle - Ein Stück Erinnerung gegen das Vergessen

Nur Sechs der Zeugnisse des "Sonderkommandos" haben die Katastrophe von Auschwitz überdauert. Die Schriftstücke sind an uns adressiert: An den Finder! und ermöglichen ein zutiefst menschliches Erinnern. | Komposition, Realistation und Regie: Andreas Weiser | hr 2021  mehr...

Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021 – Publikumspreis Rabea Edel: Ihre Geister sehen – Hörspiel über ein Trauma

Publikumspreis der ARD Hörspieltage 2021 – Wie fühlt es sich an, wenn man mit der Welt nicht mehr zurechtkommt? Und wie lassen sich für das Unaussprechliche die richtigen Worte finden? Ein eindringlicher Monolog über ein Familiengeheimnis und den Umgang mit Psychosen. | Komposition: Moritz Bossmann und Sandro Tajouri
| Regie: Judith Lorentz | Dlf Kultur 2021  mehr...

Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021 Aline Bender, Alex Schaad: Das neue Vertrauen - Hörspieldrama über Datenklau

Der junge Lehrer Michael Gewa bekommt anhand seines digitalen Fußabdrucks ein Rating über seine Fähigkeiten im Job und sein Beziehungsleben. Was für ihn zum Albtraum wird, sieht seine Lebensgefährtin als Chance. Die veröffentlichten Daten drohen das Paar zu spalten. Die Grundidee zum Hörspiel verarbeitete Schaad an der HFF München zu einem Kurzfilm, für den er den Studentenoscar erhielt. | Mitwirkende: Dimitrij Schaad (Michael Gewa), Vanessa Eckart (Larissa), Ulrich Wessel (Harald Richter) | Komposition: Richard Ruzicka | Regie: Alex Schaad | BR 2021  mehr...

Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021 – Beste schauspielerische Leistung Thomas Köck: Atlas – Eine deutsch-vietnamesische Migrationsgeschichte über drei Genrationen

Preis für die beste schauspielerische Leistung – Ein Kind, das es gar nicht hätte geben dürfen, reist nach Vietnam, um den Weg seiner Vorfahren nachzuzeichnen. Thomas Köck entfaltet eine komplexe deutsch-vietnamesische Migrationsgeschichte über drei Generationen. | Mitwirkende: Mai Duong Kieu (Tochter), Dan Thy Nguyen (Herr Le), Stephan Grossmann (DDR Funktionär), Thuy Nonnemann (Mutter), Claudia Jahn (Chorstimme) | Komposition: Janko Hanushevsky | Reddaktion und Dramaturgie: Steffen Moratz | Regie: Heike Tauch | Produktion: MDR 2020  mehr...

Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2021 Arno Schmidt, Anna Pein: Schwarze Spiegel contd. – Arno Schmidts Endzeitromanze in das Jahr 2030 verlegt

„Kultur? Eine miese Melange aus Instagram und Staatsknete und Internet und Kapital." Anna Pein hat Arno Schmidts Dystopie über die beiden letzten Menschen auf Erden in unsere nahe Zukunft verlegt. | Mitwirkende: Tilo Werner (Erzähler/Ich), Sascha Icks (Lisa) | Komposition: Werner Cee | Musiker: Eivind Aarset (Gitarre), Andreas Völker (Zista Strat) | Regie: Oliver Sturm | Dramaturgie: Christiane Ohaus | Produktion: NDR 2021  mehr...

Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2021 Kai Grehn: Mögen Sie Emily Dickinson? – Poesie trifft auf Indie-Pop von CocoRosie

Emily Dickinson ist eine der größten Dichterinnen der amerikanischen Literaturgeschichte – doch zu Lebzeiten wurden von ihr nur sieben Gedichte veröffentlicht. Dieses Hörspiel feiert ihre Poesie. | Mitwirkende: Birgit Minichmayr (Emily Dickinson), Christopher Nell (Stimme, Gesang) | Regie: Kai Grehn | Komposition: CocoRosie | Dramaturgie: Holger Rink | Produktion: RadioBremen/Dlf 2021  mehr...

Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2021 David Paquet: Feuersturm – Surreale Tragikomödie über eine dysfunktionale Familie

Schuld an allem ist Mutter – zumindest darin sind sich die Drillinge Claudie, Claudine und Claudette einig. Aber bedeutet Familie unentrinnbares Schicksal oder kann man es selbst in die Hand nehmen? | Mitwirkende: Janina Rudenska (Claudette), Tilla Kratochwil (Claudie), Effi Rabsilber (Claudine), Gábor Biedermann (Clément + Gabriel), Bettina Kurth (Carole), Nele Rosetz (Caroline) | Aufnahmeleitung, Regie: Anouschka Trocker | Dramaturgie: Anette Kührmeyer | Produktion: SR/Dlf Kultur 2021  mehr...

Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2021 Caren Jeß: Bookpink – Schräge Vögel – wilde Zeiten

„Bookpink“ (niederdeutsch für „Buchfink“) thematisiert mit spielerischem Humor Chancenungleichheit, dysfunktionale Familien, Emanzipation, Esoterik, Gender, Religion und Verschwörungstheorien. | Mit: Anika Baumann, Maximilian Brauer, Gisa Flake, Cathlen Gawlich, Marc Hosemann, Annika Meier, Sascha Nathan, Paul Schröder | Hörspielbearbeitung, Regie: Leonhard Koppelmann | Redaktion, Dramaturgie: Andrea Oetzmann | Produktion: SWR 2021  mehr...

Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2021 Cynthia Micas: Afrodeutsch – POC-Schauspielerin erobert sich ihre Geschichte

Als Schauspielerin Afrodeutsche sein: Dabei trifft man ständig auf Widerstände. Als Afrodeutsche Schauspielerin sein: Das ist einfach nicht widerständig genug. Diese Festlegungen lässt Cynthia Micas sich nicht gefallen. | Alle Stimmen: Cynthia Micas | Komposition: Rico Micas und Cansu Kandemir | Regie/Realisation: Nick-Julian Lehmann | Dramaturgie: Jan Buck | Produktion: WDR 2020.  mehr...

Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021 – Preisträger Noam Brusilovsky und Ofer Waldman: Adolf Eichmann - Ein Hörprozess – Ein Prozess schreibt Rundfunkgeschichte

Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021 – Der Prozess gegen Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem schrieb Rundfunkgeschichte. Ganz Israel verfolgte ihn gespannt an den Radio-Apparaten und meldete sich selbst zu Wort. Eine Rekonstruktion. | Mitwirkende: Walter Kreye, Dirk Müller, Veit Schubert, Shelly Kupferberg, Axel Sichrovsky, Vernesa Berbo, Ramona Olasz, Aviran Edri, Orit Nahmias, Benny Claessens, Rainer Sellien, Jaron Löwenberg, Yeva Lapsker, Guy Aviad, Tamar Aviad, Helene Lilien Voigt | Regie: Noam Brusilovsky | Redaktion: Juliane Schmidt | Produktion: rbb/ DLF 2021  mehr...

Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2021 Petr Šourek: Der mechanische Türke – Mensch oder Maschine?

Ein modernes Märchen von einem, der auszog ein Tech-Startup zur gründen - und als Algorithmus zurückkam. | DarstellerInnen: Susanna Clasen (Türe), Oliver Wnuk (Kevin), Mona Petri (Ella), Barbara Falter (Emma) und Erich Räuker (Coach) | Komposition: Karl Atteln | Regie: Johannes Mayr | Produktion: SRF 2021  mehr...

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