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Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2021

Caren Jeß: Bookpink – Schräge Vögel – wilde Zeiten

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Dreckspfau wurde schon als Ei von der Mutter im dunklen Wald entsorgt. Ist trotzdem geschlüpft, natürlich kriminell geworden. Keiner sieht seine Schönheit. Bussard lebt in einer Halle aus Beton und lässt Singvögel ein und aus, die Fragen an einen gläsernen Kokon stellen, ohne je eine Antwort zu erhalten. Währenddessen sind die Flamingos es leid, sich ewig im Kreis des Schaukastens von Krähe zu drehen und planen den Ausbruch in die Freiheit. Und die esoterische Pute, die immer ihrem Bauchgefühl vertraut, bringt Huhn und Hahn dazu, ihr einen Stall zu bauen.

Sumpfmeise Veroniko wiederum möchte nicht nur auf seine Schönheit reduziert werden. Und die weiße Taube träumt auf einem Campingplatz von barocker Opulenz. Schließlich kommt auch die Pflanzenwelt zu Wort, unter anderem die LGBT-Vegetation in den Pflasterritzen, die nicht länger als Unkraut herabgewürdigt werden will. 

In sieben komischen, bitterbösen Miniaturen zeichnet Caren Jeß leichthändig menschliche Abgründe, soziale Gefüge und aktuelle Debatten nach. Die Autorin selbst fasst den Inhalt ihres Stückes wie folgt zusammen:  

„Wenn ich in drei Worten beschreiben sollte, worum‘s in Bookpink geht, würde ich sagen: Chancenungleichheit, Religion, Konstruktivismus, Esoterik, Exotismus, eine komplizierte Mutter-Sohn-Beziehung, Gender, Geschlechtervielfalt, Kampf um Gleichberechtigung, Einsamkeit, Barock, Pommes, Asbest, Vernunft, eine rote Tulpe, eine selbstverliebte Narzisse…“ 

Regisseur Leonhard Koppelmann bricht in seiner Hörspielinszenierung die sieben in sich abgeschlossenen Texte des Originalstücks auf und setzt sie zueinander in Beziehung.

Caren Jeß wurde 1985 in Eckernförde geboren und lebt heute in Dresden. Sie studierte Deutsche Philologie und Neuere deutsche Literatur in Freiburg i. Br. und Berlin. Sie schreibt Dramatik und Prosa. 2017 dritter Platz Osnabrücker Dramatikerpreises mit „Deine Mutter oder Der Schrei der Möwe“. 2018 erhielt sie den taz-Publikumspreis im Rahmen des open mike für „Die Ballade von Schloss Blutenburg“ sowie die Residency des Münchner Förderpreises für deutschsprachige Dramatik mit „Bookpink“. 2019 folgte eine Nominierung für den Autor*innenpreis des 36. Heidelberger Stückemarkts. Mit der Grazer Uraufführungsinszenierung von „Bookpink“ wurde sie 2020 für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert und zur Nachwuchsdramatikerin des Jahres erklärt. Im selben Jahr erhielt sie außerdem den Else-Lasker-Schüler-Stückepreis für ihr Stück Der Popper. Aktuell arbeitet sie an einem Roman. 

Mit: Anika Baumann, Maximilian Brauer, Gisa Flake, Cathlen Gawlich, Marc Hosemann, Annika Meier, Sascha Nathan, Paul Schröder
Hörspielbearbeitung, Regie: Leonhard Koppelmann  
Redaktion, Dramaturgie: Andrea Oetzmann
Produktion: SWR 2021

Karlsruhe

ARD Hörspieltage

Das größte deutschsprachige Publikumsfestival für Hörspiel und Klangkunst findet in diesem Jahr am 12. und 13. November im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien statt. Im Mittelpunkt steht der Wettbewerb um den Deutschen Hörspielpreis der ARD. Zwölf herausragende Produktionen aus der ARD, dem Deutschlandradio sowie SRF und ORF konkurrieren um die renommierte Auszeichnung.  mehr...

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Als Schauspielerin Afrodeutsche sein: Dabei trifft man ständig auf Widerstände. Als Afrodeutsche Schauspielerin sein: Das ist einfach nicht widerständig genug. Diese Festlegungen lässt Cynthia Micas sich nicht gefallen. | Alle Stimmen: Cynthia Micas | Komposition: Rico Micas und Cansu Kandemir | Regie/Realisation: Nick-Julian Lehmann | Dramaturgie: Jan Buck | Produktion: WDR 2020.  mehr...

Nominiert für den Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021 mehrere Autoren: Briefe aus der Hölle - Ein Stück Erinnerung gegen das Vergessen

Nur Sechs der Zeugnisse des "Sonderkommandos" haben die Katastrophe von Auschwitz überdauert. Die Schriftstücke sind an uns adressiert: An den Finder! und ermöglichen ein zutiefst menschliches Erinnern. | Komposition, Realistation und Regie: Andreas Weiser | hr 2021  mehr...

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Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021 – Preisträger Noam Brusilovsky und Ofer Waldman: Adolf Eichmann - Ein Hörprozess – Ein Prozess schreibt Rundfunkgeschichte

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Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021 Aline Bender, Alex Schaad: Das neue Vertrauen - Hörspieldrama über Datenklau

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Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2021 David Paquet: Feuersturm – Surreale Tragikomödie über eine dysfunktionale Familie

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Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2021 Petr Šourek: Der mechanische Türke – Mensch oder Maschine?

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