SWR2 Hörspiel am Sonntag Karl Marx statt Chemnitz

Hörspiel von Thilo Reffert

Dieses Hörspiel steht für ein Jahr zum Download bereit.

Der Jux einer kleinen Aktivistengruppe, Chemnitz wieder zu Karl-Marx-Stadt umzubenennen, gerät außer Kontrolle und stellt das Leben in der sächsischen Großstadt auf den Kopf. Eine fiktive Provinzposse, erzählt als Stück-im-Stück anhand des Scheiterns einer Radio-Serie.

Dauer

Ausgezeichnet als Hörspiel des Monats April 2018.

Aus der Begründung der Jury:
„Das Hörspiel des Monats April handelt von einem Namensstreit, der dazu zwingt, den Begriff des Eigenen – zum Beispiel: Heimat – neu zu denken. Es handelt von den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen auf kommunaler Sachbearbeiterebene, handelt von einem Monsterkopf, in dessen Innerem etwas vor sich geht, vom globalen Großkapital, das plötzlich seine historische Aufgabe wahrnehmen, also Produktivkräfte entwickeln könnte, und zwar in Sachsen, sowie von den Möglichkeiten und Zwängen der Medien: hier des Radios. ...
Reffert gelingt es dank einer elegant doppelbödigen Stück-in-Stück-Konstruktion, diese vielfältigen Themen in einem Plot von tiefgründiger Heiterkeit und funkelnder Bosheit zusammenzufügen: Der freie Hörfunkjournalist Hauke-Veit Klapp ringt mit der für ihn zuständigen Redakteurin Rita um die Ausstrahlung seiner zehnteiligen Mini-Feature-Serie. Die war fest vereinbart, wurde nun aber kommentarlos gecancelt. Ein Versehen? Oder ein Eingriff der Funkhaus-Hierarchen? Um sie doch noch günstig zu stimmen, oder wenigstens ihrer Ablehnung auf den Grund zu kommen, führt Hauke nun Rita jede Folge einzeln vor.“

Thilo Reffert, geboren 1970 in Magdeburg, lebt bei Berlin. Nach mehreren Theaterstücken mit "Hellas Sonntag" (MDR 2002) fürs Hörspiel entdeckt. Weitere Hörspiele u. a.: "Zett" (WDR 2004), "Queen Mary III" (MDR 2007), "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" (WDR 2008), "Nina und Paul" (Dlf Kultur 2011) und "Die Entdeckung Spielofaniens" (SWR/WDR 2015). Außerdem schreibt er für den MDR seit "Schlusslicht" (2009) die ARD Radio Tatorte, zuletzt "Auf die Fresse" (2018). Für "Die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle" (MDR 2009) wurde er mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden, dem Deutschen Hörspielpreis der ARD 2010 und dem ARD Online Award ausgezeichnet.

Mit: Ulrike Krumbiegel, Jörg Schüttauf, Hauke Thorsten Merten, Carina Wiese u. a.
Regie: Stefan Kanis
(Produktion: MDR 2018)

STAND