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Kinodoku: Following Habeck Grüner Shooting-Star

Von Rüdiger Suchsland

Robert Habeck ist erfolgreicher Schriftsteller, Philosoph und Shooting-Star der Grünen. Seit Anfang 2018 steht Schleswig-Holsteins Umweltminister an der Parteispitze. Der Dokumentarfilmer Malte Blockhaus hat den Politiker Habeck mit der Kamera begleitet, herausgekommen ist das Portrait eines ungewöhnlichen Spitzenpolitikers.

Der spezielle Sound des Robert Habeck

Nachdenklichkeit, Verstand, die Fähigkeit zuzuhören und Mut zum Neuen zu machen: Das ist der spezielle Sound von Robert Habeck und womöglich das Geheimnis seines Erfolgs. Habeck ist der neue Shooting-Star der Grünen, deren Bundesvorsitzender er seit Januar 2018 gemeinsam mit Annalena Baerbock ist.

Hoffnung auf junge, progressive Politik

Den Grünen geht es mal wieder super, zumindest in den Umfragen. Und das liegt nicht nur an der schwachen Konkurrenz von SPD und Linken. Es liegt auch an dem neuen Führungsduo, das die Hoffnung auf junge, progressive Politik in Zeiten der Neuen Rechten und des zynischen Populismus glaubwürdig weckt.

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Kinostart 30.08.

Following Habeck von Malte Blockhaus

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2015: Robert Habeck, Umweltminister im beschaulichen Schleswig-Holstein, will in die Bundespolitik und Spitzenkandidat seiner Partei Bündnis 90 / Die Grünen werden.

2015: Robert Habeck, Umweltminister im beschaulichen Schleswig-Holstein, will in die Bundespolitik und Spitzenkandidat seiner Partei Bündnis 90 / Die Grünen werden.

Die Kandidatenfragen klären die Grünen in einer Urwahl, bei der auch andere namhafte Grünen-Politiker antreten.

Die Dokumentation entstand zwei Jahre vor der Urwahl für die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl. Regisseur Malte Blockhaus zeichnet ein Porträt Habecks zwischen Wahlkampf und Ministeramt.

Neben politischen Inhalten rücken vor allem der Alltag eines Politiker-Lebens und die damit verbundenen Belastungen in den Vordergrund.

Regisseur Malte Blockhaus: "Im Rahmen meiner Diplomarbeit im Fach Geographie hatte ich zwei Jahre vor Entstehung des Filmes die Möglichkeit, den damals neuen Umweltminister Robert Habeck in Schleswig-Holstein bei einem Termin filmisch zu begleiten. Recht schnell war es mir dabei möglich, hinter den Kulissen Einblicke in den Politiker-Alltag zu bekommen. Und so plane ich im Jahr 2015 Robert Habeck bei der Arbeit als Minister zunächst für wenige Monate filmisch zu begleiten. Durch die Bekanntgabe seiner Urwahl-Ambitionen ist dann die Dramaturgie des Films klar: Ich werde Habeck nun bis zum Ergebnis der Urwahl folgen."

Ein Außenseiter nimmt Fahrt auf

Der Film "Following Habeck" vom Filmemacher Malte Blockhaus ist zu einer anderen Zeit entstanden: An einem eisigen Wintertag im Januar 2017 geht Robert Habeck als möglicher Spitzen-Kandidat für die Bundestagswahl ins grüne Urwahl-Rennen.

In dem Jahr davor, Habeck war da noch unbekannt und galt in den Medien als Außenseiter, begleitete der Regisseur Habecks Alltag als Berufspolitiker. So ist sein Film sowohl das Portrait eines ungewöhnlichen Menschen, als auch das des alltäglichen Gesichts von Politik in der Demokratie.

Mehr als staatstragende Politik-TV-Doku

Trotz mancher konventioneller Momente sprengt dieser Film die üblichen Grenzen des Genres und ist weit mehr als die übliche Politiker-Doku in ihrer routinierten Aufgeregtheit.

Er hat auch nichts zu tun mit jenen Fernsehdokumentationen etwa von Stephan Lamby, die im staatstragenden Ton dann doch vor allem narzisstisch die Nähe der Macher zum Spitzenpersonal der Regierung zelebrieren.

Bis zur großen Urwahl dauert es noch zwei Jahre. Regisseur Malte Blockhaus zeichnet ein Porträt Habecks zwischen Wahlkampf und Ministeramt.

Regisseur Malte Blockhaus zeichnet ein Porträt Habecks zwischen Wahlkampf und Ministeramt.

Ausnahmepolitiker Robert Habeck

Dieser Regisseur präsentiert Habeck als Ausnahmepolitiker: Charismatisch, mutig, vergleichsweise unverdorben. Dabei zeigt sein Film auch die Schattenseiten, wie den alltäglichen Terminwahnsinn.

Habeck selbst reflektiert mehrfach über die Deformation durch den politischen Betrieb. So entsteht ein eigenwilliges Porträt des Politikers, voller Nähe. Am Ende verliert Habeck die Urwahl gegen den viel bekannteren Cem Özdemir mit gerade einmal 75 Stimmen.

Politische Verhaltensstarre

Auch sonst ist dieser Film keineswegs kritiklos. Vor allem erzählt er von der Verhaltensstarre einer Politik, die in Ritualen gefangen ist.

Er erzählt von der wohlgepolsterten Lähmung deutscher Verhältnisse, dem Stillstand eines Landes, das spürt, dass etwas Altes zu Ende geht und etwas Neues beginnen muss, ohne dass es für das Neue schon einen Begriff hätte. Und was für die Politik gilt, gilt nicht minder fürs Kino.

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