Gespräch

Zum Tod von Jean-Luc Godard: „Er hat Film als Kunst begriffen“

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Max Knieriemen

„Er hat Film als Kunst begriffen“, sagt SWR2 Filmkritiker Rüdiger Suchsland, „und nicht nur als Unterhaltung”. Jean-Luc Godard habe es geschafft, dass das Kino in Frankreich auf Augenhöhe gewesen sei mit der Malerei, der Kunst oder der Musik und „nicht nur ein Wurmfortsatz des Theaters, was es dort lange war.“

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Kino für die Weltrevolution

Jean-Luc Godard habe das Kino auch neu erfunden, es politisch gemacht und es als Teil einer kulturellen Weltrevolution gesehen. “Er war ein linker Filmemacher und hat auf der Straße gedreht”, sagt Suchsland. Kein Film von Godard habe dem anderen geglichen.

Mehr als 40 Spielfilme, zahlreiche Kurzfilme, experimentelle Dokumentarfilme, Essayfilme und Musikvideos hat Godard im Laufe seines Filmschaffens produziert, darunter die bedeutenden Werke „Außer Atem“, „Die Verachtung“ und „Elf Uhr nachts“. Der französisch-schweizerische Regisseur ist nun im Alter von 91 Jahren gestorben.

Jean-Luc Godard im Jahr 2002 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, KEYSTONE | JANN JENATSCH)
Der französisch-schweizerische Filmregisseur Jean-Luc Godard ist am 13. September im Alter von 91 Jahren gestorben. Godard war einer der einflussreichsten Filmregisseure und ein führender Vertreter der „Nouvelle Vague“. KEYSTONE | JANN JENATSCH Bild in Detailansicht öffnen
Über 40 Spielfilme sowie zahlreiche Kurzfilme, experimentelle Dokumentarfilme, Essayfilme und Musikvideos hat Jean-Luc Godard gedreht. 2010 erhielt er einen Oscar für sein Lebenswerk. KEYSTONE | GAETAN BALLY Bild in Detailansicht öffnen
In einer Villa auf Capri wurde 1963 „Die Verachtung“ gedreht, eine Romanverfilmung nach Moravia, in der Brigitte Bardot eine der Hauptrollen spielt. United Archives Bild in Detailansicht öffnen
Godard selbst tritt im Film in einer Nebenrolle auf, in der er den Assistenten von Fritz Lang mimt. imago stock&people Bild in Detailansicht öffnen
In „Die Außenseiterbande“ aus dem Jahr 1964 findet das Hausmädchen Odile, gespielt von Godards Frau Anna Karina, eine große Menge frei zugänglichen Bargelds. United Archives / kpa Bild in Detailansicht öffnen
Sie wird zur Komplizin von Franz (Sami Frey) und Arthur (Claude Brasseur), die einen Einbruch in das Haus planen, der jedoch nicht so abläuft, wie geplant. United Archives Bild in Detailansicht öffnen
“Rette sich, wer kann (das Leben)“ feierte 1980 auf den Filmfestspielen von Cannes Premiere und handelt von den Verstrickungen dreier Protagonist*innen. indiv Bild in Detailansicht öffnen
Als gleich zu Beginn des Films in einer Szene mit Paul (Jacques Dutronc) die „Selbstmordarie“ aus Ponchiellis Oper La Giocona ertönt, ist dies ein Vorzeichen auf den späteren Tod des Protagonisten. United Archives Bild in Detailansicht öffnen
Im Jahr 1983 kamen gleich drei Filme auf dem Markt, die sich des berühmten Carmen-Stoffes bedienten. Godards Adaption lehnt sich allerdings nur lose an den Stoff an. Mary Evans Bild in Detailansicht öffnen
So ist die Carmen-Musik von Georges Bizet in Godards Adaption nur wenige Sekunden zu hören, stattdessen stehen Streichquartette von Beethoven im Fokus. Ronald Grant Bild in Detailansicht öffnen
Doch Godard ist nicht nur für seine Spielfilme bekannt: In den späten 80ern beginnt er ein achtteiliges Filmprojekt mit dem Titel „Histoire(s) du cinéma“, in dem er das Konzept und die Geschichte des Kinos untersucht. Mary Evans Bild in Detailansicht öffnen
Rund zehn Jahre später stellte er die über vier Stunden andauernde Reihe fertig, die heute eines seiner komplexesten Werke darstellt. Mary Evans Picture Bild in Detailansicht öffnen

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