Gespräch

Zum Tod von Herbert Achternbusch: Filmkritiker Andreas Kilb über den bayerischen Heimatkünstler wider Willen

STAND
INTERVIEW

„Er war ein Außenseiter und Exzentriker des neuen deutschen Films, der in seiner Schlagfertigkeit an den großen Karl Valentin erinnert", sagt der Filmkritiker Andreas Kilb in SWR2.

Audio herunterladen (5,4 MB | MP3)

Die Stadt München, die CSU und deutsche Geschichte als zentrale Themen

Herbert Achternbusch hat mit seinen Filmen in den 70er und 80er-Jahren die sogenannte Volksseele besonders in Bayern, aber auch darüber hinaus zum Kochen gebracht. Seinen Lieblingsfeind Franz Josef Strauß ließ er in einem Film vergiften, er hat sich über das Oktoberfest lustig gemacht, im besonders skandalösen Film „Das Gespenst“ ließ er Jesus vom Kreuz steigen und mit einer Nonne schlafen.

„Er hat sich an drei großen Themen abgearbeitet. Das eine ist die Stadt München, die Bigotterie der CSU und die deutsche Geschichte“, fasst der Experte zusammen. Der Regisseur, Autor und Maler war ein wenig in Vergessenheit geraten – zu Unrecht, meint Andreas Kilb.

Kulturmedienschau Trauer um Herbert Achternbusch und Ronnie Spector | 14.1.2022

„In Bayern möchte ich nicht einmal gestorben sein“. Diesen Spruch prägte das Münchner Urgestein und Multitalent Herbert Achternbusch. Und doch hat der Künstler mit dem schwarzen Hut jetzt genau das getan: er ist im Alter von 83 Jahren in München gestorben. Er hinterlässt ein umfangreiches Werk von fast 30 Filmen, 20 Theaterstücken, 40 Büchern und Hunderte von Gemälden. Die Feuilletons erinnern an ihn, genauso wie an die Sängerin Ronnie Spector, die mit 78 Jahren gestorben ist.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

STAND
INTERVIEW